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10.12.2008, 09:27
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Nach dem Preissturz:
Öl-Renditen auf Lager
Der niedrige Ölpreis reizt zu Investments. Anleger sollten sich jedoch mit den Eigenheiten der Rohstoffmärkte auskennen.
von Matthias Schmitt
So günstig war das Schwarze Gold lang nicht zu haben: Mit zeitweise um die 40 $ pro Barrel (159 Liter) fiel der Preis für Rohöl auf seinen tiefsten Stand seit vier Jahren. In weniger als einem halben Jahr hat Öl damit mehr als 100 $ pro Barrel an Wert verloren. Ein Investment in den begehrten Rohstoff scheint wieder attraktiv.
Am Zertifikatemarkt stehen einige Produkte zur Verfügung, mit denen Anleger direkt auf den Ölpreis spekulieren können. Doch Vorsicht, wer sich mit den Eigenheiten der Rohstoffmärkte nicht auskennt, der kann trotz steigender Preise Geld verlieren, wie das folgende Beispiel zeigt:
Die Royal Bank of Scotland (RBS) bietet einen Tracker of
WTI-Rohöl an. Da die Bank zur Absicherung nicht einfach Rohöl in entsprechender Menge kaufen kann, weil dies unter anderem mit enormen Lagerkosten verbunden wäre, sichert sie sich über den Terminmarkt ab. Dazu erwirbt sie den Kontrakt zum nächsten Liefertermin. Dessen Preis liegt derzeit über dem am Spotmarkt. Anders ausgedrückt: Öl zur Sofortlieferung (Kassapreis) ist momentan billiger als auf Termin gehandeltes Öl. Je länger die Laufzeit des Kontrakts, desto größer ist der Preisaufschlag. Experten sprechen bei einem solchen Szenario davon, dass sich der Ölmarkt im Contango befindet.
Ölmarkt im Supercontango
Da die Aufschläge am Terminmarkt derzeit so extrem wie zuletzt vor rund zehn Jahren sind, ist sogar von einem Supercontango die Rede. So kostet beispielsweise ein Barrel der Sorte WTI mit Liefertermin Januar 2009 weniger als 44 $, während der Kontrakt für WTI-Öl mit Liefertermin im Januar 2010 bereits bei fast 59 $ steht.
Das von RBS angebotene Zertifikat nun bezieht sich immer auf den nächstfälligen Kontrakt. Wird dieser fällig, rollt der Emittent in den nächsten Kontrakt. Notiert dieser höher als der fällige, entsteht ein Rollverlust. Daher kann es aufgrund des aktuellen Supercontango geschehen, dass der Ölpreis auf Jahressicht um mehr als 30 Prozent steigt, Anleger mit den Trackern aber Geld verlieren. Die Index-Tracker sind daher nur für Anleger geeignet, die entweder auf kurzfristige Bewegungen oder auf einen massiven Ölpreisanstieg spekulieren.
Teil 2: Auch bei Discountzertifikaten verzerrt das Supercontango das Bild
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Aus der FTD vom 10.12.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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