"Wir werden unsere Plattform technisch erweitern", kündigte Sasa Perovic, Leiter der Zertifikateanalyse bei der Ratingagentur Scope, an. So soll die Zahl der analysierten Produkte deutlich steigen. Bislang bewertet Scope rund 150.000 Produkte, vor allem gängige Bonus,- Discount- und Outperformancezertifikate. In diesem Jahr sollen erstmals auch komplexere Strukturen wie Multi-Express- und Basketzertifikate untersucht werden. Ziel sei es, den Markt fast vollständig abzudecken, sagte Perovic. Nach Zahlen des Deutschen Derivate Verbandes sind derzeit ungefähr 340.000 Produkte platziert. Davon sind jedoch noch viele gelistet, obwohl die Bonusschwelle längst verfallen ist.
Auch die Ratingagentur European Derivates Group (EDG) baut ihr Analysespektrum aus. "Wir werden künftig auch komplexere Garantie- und insbesondere Rentenstrukturen bewerten", sagt Björn Döhrer, Produktchef von EDG. Der Bedarf an Ratings sei derzeit größer denn je, nicht zuletzt wegen der hohen Schwankungen am Aktienmarkt. Im Unterschied zu Scope arbeitet EDG mit den Emittenten zusammen. Bislang kooperiert EDG mit zehn Anbietern, es liefen aber Gespräche mit weiteren Emittenten, sagt Döhrer.
Doch nicht nur die Zahl der bewerteten Produkte steigt, auch inhaltlich gehen die Analysehäuser neue Wege. Bislang beschränken sie sich in erster Linie auf die Bewertung der Preisstellung, des Risikos und der Handelsausführung. Das Softwarehaus Derixx will auf seiner Internetplattform künftig für jedes Produkt auch die wahrscheinlichste Rendite ermitteln. "Bislang mussten Anleger eine eigene Marktmeinung angeben und bekamen für ihr erwartetes Szenario das beste Zertifikat angezeigt. Die neue Kennziffer ermöglicht einen Produktvergleich unabhängig von der Markterwartung", sagt Petko Kostoff, Vertriebsvorstand von Derixx. Die Kennziffer will Derixx für mehrere Zeiträume errechnen, angefangen bei zehn Tagen bis hin zur Endfälligkeit.