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09.12.2009, 13:51
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Jonglieren mit Prozenten
Für Zinsjäger gibt es hierzulande schon seit Jahren kaum etwas zu holen. Wer dem Dilemma niedriger Zinsen entkommen will, dem bietet der Derivatemarkt mit sogenannten Zinszertifikaten auf Fremdwährungen ein geeignetes Vehikel.
von Stefan Mayriedl
Eingeführt wurde die Produktgattung von der niederländischen Bank ABN Amro, die inzwischen in der Royal Bank of Scotland (RBS) aufgegangen ist. Diese hat die Zertifikate von ABN nicht nur übernommen, sondern um weitere Währungen ergänzt. Außerdem hält die Deutsche Bank derzeit drei Papiere im Angebot.
Als Ausweg aus dem Zinstal bieten sich Zertifikate auf Fremdwährungen an
In diesem Jahr besonders gut entwickelt hat sich mit einem Plus von 35 Prozent das im Sommer 2008 emittierte Zinszertifikat auf den brasilianischen Real. Anhand dieses Papiers soll die Funktionsweise kurz erläutert werden. Der Preis des Derivats wird sowohl vom Zinssatz als auch von der Entwicklung des jeweiligen Wechselkurses zum Euro beeinflusst. Aktuell beträgt der Zinssatz der Zuckerhut-Währung 8,20 Prozent. Der Zinsertrag wird dem Zertifikat täglich gutgeschrieben.
Ein Anleger, der 10.000 Euro in das Papier investiert, würde bei unverändertem Zins jährlich 820 Euro Zinsertrag erwirtschaften, was sich pro Tag in einer Wertsteigerung dieses Depotbausteins um etwa 2,25 Euro niederschlagen würde. Hinzu kommen Währungsgewinne - oder Währungsverluste: Fällt eine Währung, schmälert das die Performance, steigt sie, erzielen Anleger zusätzliche Gewinne. Bei der Auswahl eines Zinszertifikats sollte daher nicht nur auf die Höhe des Zinssatzes geachtet werden, sondern auch auf eine stabile Verfassung der zugrunde liegenden Devise.
Ausgewählte Zinszertifikate auf Fremdwährungen
Unter Chance-Risiko-Gesichtspunkten interessant könnte manchen Anlegern derzeit der rumänische Leu erscheinen. Das entsprechende Zinszertifikat wurde erst Anfang November dieses Jahres emittiert und hat seither um gut zwei Prozent zugelegt. Knapp die Hälfte des Ertrags wurde über den Zinssatz generiert, der bei 9,99 Prozent pro Jahr liegt, dem Höchsten, was momentan mit diesen Papieren zu erzielen ist. Der Rest stammt aus Währungsgewinnen. Die rumänische Währung gilt als extrem schwankungsfreudig. Von Sommer 2007 bis Anfang 2009 hatte der Leu in den Wirren der globalen Finanzkrise gegenüber dem Euro um fast ein Drittel nachgegeben.
Teil 2: Erkleckliches Erholungspotenzial
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Aus der FTD vom 09.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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