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02.09.2011, 12:27
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Krankmacher ETF
© Bild:
2010 ddp
Professionelle Investoren zocken gern mit Indexfonds. Das hat zuletzt auch soliden Aktien massive Verluste beschwert - oft zu Unrecht.
von Richard Haimann
Durch das rapide Wachstum börsengehandelter Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs) verlieren Aktien von Versorgern, Konsumgüterproduzenten und Pharmaunternehmen zunehmend ihre Funktion als sicherer Hafen bei Kapitalmarktturbulenzen. "Weil immer mehr Investoren nur noch auf diese Indexfonds setzen, büßen defensive Einzeltitel stark an Bedeutung ein", sagt Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank.
Während des jüngsten Einbruchs an den Aktienmärkten sind die Kurse dieser nicht zyklischen Aktien fast so stark gefallen wie die Indizes selbst. Das habe auch sein Gutes, meint Hellmeyer: "Anleger können jetzt Papiere absolut robuster Unternehmen zu absurd niedrigen Bewertungen einsammeln."
Kursinformationen und Charts
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Bayer
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50,41 EUR |
[-0.43] |
-0,85% |
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Henkel
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52,33 EUR |
[-0.01] |
-0,02% |
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Während des Börsencrashs von 2001 bis 2003 hatten defensive Titel dem Sog in die Tiefe in erheblichem Umfang trotzen können. Damals brach der
DAX um mehr als 68 Prozent und der Euro Stoxx 50 um über 62 Prozent ein. Hingegen verlor die Aktie des deutschen Konsumgüterproduzenten
Henkel lediglich 19 Prozent, das Papier des italienischen Stromversorgers
Enel nur 37 Prozent. Ganz anders stellte sich die Situation in diesem Sommer dar: Von Anfang Juli bis Ende August fiel der DAX in der Spitze um 26,5 Prozent, der Euro Stoxx 50 um 24,5 Prozent. Die Henkel-Aktie verlor in diesen Wochen mit 19,3 Prozent mehr als beim Crash zu Beginn des Jahrtausends. Die im Euro Stoxx 50 notierte Enel-Aktie verbuchte mit 23,5 Prozent einen fast mit dem Index identischen Kursverlust. "Da ETFs das Börsengeschehen dominieren, gibt es kaum noch Unterschiede bei der Kursentwicklung der Einzeltitel", sagt Hellmeyer.
ETFs bilden stur Indizes wie den DAX oder den Euro Stoxx 50 nach. "Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds fallen dadurch nur minimale Gebühren an", sagt Sasa Perovic, Leiter der Zertifikate- und Fondsanalyse bei der Berliner Ratingagentur Scope. Deshalb seien diese Indexfonds insbesondere bei institutionellen Investoren wie Family-Offices, großen Vermögensverwaltern und Versicherungen beliebt.
Weltweit waren Ende März nach einer Studie des US-Vermögensverwalters Blackrock 1400 Mrd. Dollar (972 Mrd. Euro) in ETFs investiert. Allein in Europa wuchs das von Indexfonds verwaltete Vermögen seit Frühjahr 2010 von 220 Mrd. Dollar auf 299 Mrd. Dollar. Zahlen des Fondsverbands BVI zufolge war es sogar ein ETF, der in den ersten fünf Monaten dieses Jahres die höchsten Zuflüsse unter allen in Deutschland zugelassenen Aktienfonds verbuchte: Der DAX-ETF der Blackrock-Tochter iShares sammelte 2,14 Mrd. Euro ein. Auf Rang zwei folgt der aktiv gemanagte Aktienfonds Uniglobal von Union Investment mit nur 282 Mio. Euro.
Teil 2: Titel mit attraktiver Dividende
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FTD.de, 02.09.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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