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16.06.2010, 16:25
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Kurzläufer bringen mehr
Durch geschickte Wahl der Fälligkeit können Anleger mit Discount- und Bonuszertifikaten hohe Renditen erzielen. Steuerlich haben sie keine Nachteile mehr.
von Gian Hessami
Mit Einführung der Abgeltungsteuer im vergangenen Jahr sind Zertifikate mit kurzer Laufzeit oder geringer Restlaufzeit in den Fokus der Anleger gerückt. Denn steuerlich gesehen weisen sie gegenüber Wertpapieren mit längeren Laufzeiten durch die Abschaffung der Spekulationsfrist keinerlei Nachteile mehr auf. Unter den Kurzläufern stechen zwei Zertifikatetypen besonders hervor: Discountpapiere und Bonuszertifikate.
Zertifikate mit kurzer Laufzeit sind in den Fokus der Anleger gerückt
Für den Performancevergleich sind die jährlichen Renditewerte relevant. Je kürzer die Restlaufzeit eines Discount- oder Bonuszertifikats, desto höhere jährliche Renditen sind mit diesen Produkten möglich. Ein Beispiel: Wer über ein Onlineportal ein Discountzertifikat auf den Dax mit einer Restlaufzeit von rund zwölf Monaten und einem Cap von 100 Prozent sucht, stößt auf ein Papier von Goldman Sachs (ISIN DE000GS2L006) mit einem Cap bei 6100 Punkten, das am 30. Juni 2011 fällig wird und eine maximale jährliche Rendite von 11,7 Prozent erzielt. Ein Dax-Discounter der Citigroup allerdings (DE000CG1MJC9) mit gleichem Cap und Fälligkeit am 17. September 2010 verspricht derzeit eine maximale jährliche Rendite von 18,3 Prozent.
Ähnliche Performancedifferenzen lassen sich auch bei ausgesuchten Bonuszertifikaten finden. Ein klassisches Bonuspapier der Citigroup auf den Euro Stoxx 50 (DE000CG4SAE5) mit einem Sicherheitspuffer von 25 Prozent und einer einjährigen Restlaufzeit verspricht eine Renditechance von jährlich rund 8,8 Prozent. Ein Bonuszertifikat von BNP Paribas (DE000BN4D2W8) mit gleichem Basiswert und gleichem Sicherheitspuffer erzielt bei einer dreimonatigen Restlaufzeit hingegen rund 27 Prozent pro Jahr.
Der aktuelle Markttrend spielt bei der Erfolgsformel kurze Laufzeit gleich hohe Renditen keine entscheidende Rolle. Anleger können die Vorteile von Kurzläufern permanent für sich nutzen. "Der Grund für die attraktiven Renditen kurzlaufender Zertifikate ist die Wertentwicklung der bei den Papieren hinterlegten Optionsstrukturen", sagt Derivateexperte Sebastian Gertler vom Fachblatt "Der Zertifikateberater". Der Zeitwert (Differenz zwischen Kurs und dem inneren Wert der Option) der in Discountzertifikaten enthaltenden Short-Call-Option baut sich ab, je näher der Fälligkeitstag rückt. Folge: Der Discounter wird teurer. Das geschieht aber nicht linear, sondern erst kurz vor Fälligkeit, sodass Anleger mit kurzlaufenden Papieren hohe Einstiegsrabatte erzielen können, erläutert Gertler. Bezogen auf die kürzere Restlaufzeit ergeben sich dann automatisch aufs Jahr gerechnet höhere Renditen als bei Papieren mit langen Restlaufzeiten.
Teil 2: Woher der Renditevorsprung bei Bonuspapieren stammt
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FTD.de, 16.06.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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