Die Notenbanken der Wachstumsmärkte drehen kräftig am Geldhahn. Das stützt die Wirtschaft und macht Anleger mutiger. von Christian Ingerl
Einen flotten Start haben die Aktienmärkte der Schwellenländer zu Jahresbeginn hingelegt, insbesondere das Quartett der sogenannten Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China kam gut aus den Startlöchern. Mit einem Plus von mittlerweile mehr als 20 Prozent zog der MSCI-Bric-Index an den Kursbarometern der westlichen Industrienationen locker vorbei.
Die gute Entwicklung hat einen Grund: Die Notenbanken der Schwellenländer drehen derzeit kräftig am Geldhahn. Nachdem Indonesien und Brasilien kürzlich ihre Leitzinsen senkten, sorgte am Wochenende Chinas Notenbank mit einer Herabsetzung der Mindestreserve für höhere Liquidität. Insbesondere der nachlassende Inflationsdruck gibt den Währungshütern die Möglichkeit, die Gelddruckmaschinen anzuwerfen. Im in Investmentkreisen hochgehandelten Pazifikstaat Indonesien ging die Teuerungsrate im Januar den fünften Monat in Folge zurück. In etlichen anderen Wachstumsmärkten zeigt sich ein ähnliches Bild. "Schneller als bislang von uns erwartet, könnten in Indien Zinssenkungen eingeleitet werden, nachdem die Inflation deutlich gesunken ist", schreiben die Ökonomen der Dekabank in einer Analyse. Und weiter: "Mit großer Sicherheit ist in Brasilien von einer weiteren Zinssenkung im März auszugehen."
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Mit einer Lockerung der Geldpolitik wollen die Länder die Wirtschaft am Laufen halten - hatte sich das Wachstum in den vergangenen Quartalen doch zum Teil spürbar verlangsamt. Im Vergleich zu den Industriestaaten weisen die Wachstumsmärkte aber immer noch Traumraten auf. Der geistige Vater der Bric-Idee, Jim O'Neill von Goldman Sachs, geht davon aus, dass auf die erweiterte Bric-Gruppe "Growth 8" (China, Russland, Indien, Brasilien, Türkei, Mexiko, Südkorea und Indonesien) 2020 etwa ein Drittel der gesamten Weltwirtschaft entfallen wird.
Die Aufholjagd der Schwellenländer sollte sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Die US-Bank JP Morgan Chase rechnet im laufenden Jahr mit einem Anstieg des Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern von 4,6 Prozent. Die USA würden dagegen nur auf ein Plus von 1,8 Prozent kommen, Europa müsste sich sogar auf eine Rezession einstellen.
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