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Merken   Drucken   07.09.2011, 14:50 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Super, wenn die Börsen schwanken

An den Börsen geht es auf und ab. Kursschwankungen um mehrere Prozentpunkte sind keine Seltenheit. Anleger können von der zunehmenden Unsicherheit profitieren: mit der Straddle-Strategie. von Benjamin Feingold
Ob Schuldenkrise, Konjunktursorgen, Rezessionsängste - kaum ein Tag vergeht, an dem die Börsen nicht von schlechten Nachrichten erschüttert werden. Kursschwankungen von mehreren Prozentpunkten sind fast schon an der Tagesordnung.
Mit der Straddle-Strategie von steigender Volatilität profitieren   Mit der Straddle-Strategie von steigender Volatilität profitieren
Immer mehr Investoren drängt es darum weg von risikobehafteten Anlagen wie Aktien hin zu als sicher geltenden Investments wie Gold. Mutige Investoren mit kurzfristigem Anlagehorizont können aber auch einen anderen Weg einschlagen und von der gestiegenen Unsicherheit profitieren, etwa mit der sogenannten Straddle-Strategie.
"Diese Strategie ist recht einfach umzusetzen. Anleger kaufen sowohl einen Call- als auch einen Put-Optionsschein mit identischem Basispreis und annähernd gleicher Laufzeit", erläutert Matthias Schölzel, Derivateexperte der Deutschen Bank. "Dabei befindet sich der Basispreis der beiden Optionsscheine meist auf dem aktuellen Kursniveau des zugrunde liegenden Basiswerts, zum Beispiel des DAX", so Schölzel.
Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aussieht, weil man bei einem Straddle (englisch Spreizung) gleichzeitig auf fallende (Put) und steigende Kurse (Call) setzt, hat System. Denn Anleger wollen bei dieser Strategie von der zunehmenden Volatilität profitieren, und die wirkt sich bei Call- wie Put-Optionsscheinen auf die gleiche Art und Weise aus.
Ein Beispiel: Bei einem aktuellen DAX-Stand von knapp 5300 Punkten erhält man einen kurzfristigen Straddle durch den Erwerb eines 5300er-Calls und 5300er-Puts mit Verfall im November 2011. Professionelle Trader wählen sogar häufig noch kürzere Laufzeiten, da der Prämienaufwand für den Kauf zweier Optionsscheine insgesamt hoch ist.
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Der ausgewählte 5300er-Call kostet derzeit 3,70 Euro, der 5300er-Put 3,50 Euro, zusammen investiert der Anleger also 7,20 Euro. Dabei gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto günstiger die Option - unabhängig davon, ob es um den Kauf eines Puts oder eines Calls geht.
Denn der Optionsscheinpreis wird im Wesentlichen von der Wahrscheinlichkeit bestimmt, dass diese Papiere am Laufzeitende einen positiven Wert haben.
Und bei einer kurzen Laufzeit ist diese Wahrscheinlichkeit aufgrund der verbleibenden Zeit geringer als bei einer längeren Restlaufzeit, was den Preisunterschied erklärt. Allerdings nicht komplett. "Auch die Kursbewegung des zugrunde liegenden Basiswerts und die Volatilität, also die Schwankungsfreudigkeit dieses Basiswerts, bestimmen den Preis eines Optionsinstruments", erklärt Nicole Wittmann, Derivateexpertin von Macquarie.

Teil 2: Als Orientierung dient der Volatilitätsindex VDAX-New

  • FTD.de, 07.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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