Mit der Straddle-Strategie von steigender Volatilität profitieren
Immer mehr Investoren drängt es darum weg von risikobehafteten Anlagen wie Aktien hin zu als sicher geltenden Investments wie Gold. Mutige Investoren mit kurzfristigem Anlagehorizont können aber auch einen anderen Weg einschlagen und von der gestiegenen Unsicherheit profitieren, etwa mit der sogenannten Straddle-Strategie.
"Diese Strategie ist recht einfach umzusetzen. Anleger kaufen sowohl einen Call- als auch einen Put-Optionsschein mit identischem Basispreis und annähernd gleicher Laufzeit", erläutert Matthias Schölzel, Derivateexperte der Deutschen Bank. "Dabei befindet sich der Basispreis der beiden Optionsscheine meist auf dem aktuellen Kursniveau des zugrunde liegenden Basiswerts, zum Beispiel des DAX", so Schölzel.
Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aussieht, weil man bei einem Straddle (englisch Spreizung) gleichzeitig auf fallende (Put) und steigende Kurse (Call) setzt, hat System. Denn Anleger wollen bei dieser Strategie von der zunehmenden Volatilität profitieren, und die wirkt sich bei Call- wie Put-Optionsscheinen auf die gleiche Art und Weise aus.
Ein Beispiel: Bei einem aktuellen DAX-Stand von knapp 5300 Punkten erhält man einen kurzfristigen Straddle durch den Erwerb eines 5300er-Calls und 5300er-Puts mit Verfall im November 2011. Professionelle Trader wählen sogar häufig noch kürzere Laufzeiten, da der Prämienaufwand für den Kauf zweier Optionsscheine insgesamt hoch ist.