So fiel der Dax am 29. Oktober um 0,3 Prozent, weil die VW-Aktie um mehr als 45 Prozent nachgab, während die Kurse auf breiter Front stiegen. Zuvor hatten sich ihr Kurs wegen Spekulationen rund um die Übernahme durch Porsche innerhalb weniger Tage vervielfacht.
Der ShortDax, der die Dax-Entwicklung mit umgekehrten Vorzeichen wiedergibt, gewann an diesem Tag 0,3 Prozent. Der ShortDax-ETF der Deutsche-Bank-Tochter DB X-Trackers büßte dagegen zeitweise rund vier Prozent an Wert ein. "Wer auf ein Ende des VW-Höhenflugs gesetzt hatte, wurde bitter enttäuscht", sagte ein Anleger der FTD.
Direkt auf fallende Kurse der VW-Aktie konnten Anleger nicht wetten, weil es keine entsprechenden Zertifikate gab - die Zertifikateanbieter konnten solche Papiere wegen der Turbulenzen der
VW-Aktie nicht absichern. Darum setzten einige Anleger darauf, dass der Kurssturz der Aktie den gesamten Dax ins Minus reißt, und deckten sich mit Short-Papieren auf den Dax ein.
"Grundlage für die Preissetzung der Derivate und ETFs während der Handelszeiten ist nicht der Dax, sondern der Dax-Future, denn die Market-Maker können sich nur über Terminkontrakte absichern", sagte DB-X-Trackers-Chef Thorsten Michalik. Am 28. Oktober notierte der Future nur bei 4686 Punkten, obwohl der Index bei 4823 Zählern stand - den Kapriolen der VW-Aktie sei Dank. Daher wich der Dax-ETF vom Dax ab.
"Beim ShortDax galt das Phänomen entsprechend umgekehrt", sagte Michalik. "Der ShortDax-ETF war am 28. Oktober zu werthaltig, weil der Dax-Future schon ein kräftiges Dax-Minus eingepreist hatte. Daher spiegelte dieser ETF die Entwicklung des Dax am Morgen des 29. Oktober nicht richtig wider." Allerdings sei ein solcher Unterschied ein Einzelfall. "Beim Vergleich der Schlusskurse vom 24. und 29. Oktober zeigt sich, dass die Abweichungen zwischen Dax und ETF minimal waren."