Mit Dividendendrivaten können Anleger auf die Ausschüttungen deutscher Bluechips spekulieren. Aufgrund des Risikos eignen sich die Produkte aber nur als Absicherung. von Christian Scheid
Die Aktie der Deutschen Telekom hat im Vergleich zum Gesamtmarkt zuletzt deutlich verloren. Seltsam, gelten doch Papiere von Telekommunikationskonzernen in unruhigen Börsenzeiten wegen ihren hohen Dividendenrenditen als Hort der Stabilität. Doch die ersten Analysten beginnen zu zweifeln, ob der Konzern die Ausschüttung von 78 Cent je Aktie halten kann.
Neu ist die Idee nicht: Sal. Oppenheim hatte bereits 2006 Zertifikate auf Dividendenerwartungen einzelner Aktien begeben. Damals bestimmten allerdings die bis zum Laufzeitende kumulierten Dividenden die Rückzahlung.
Die neuen Produkte werden jeweils im Dezember 2010, 2011 und 2012 fällig. Das bis 2011 laufende Zertifikat auf die Telekom (ISIN DE000SG1LNQ5) notiert derzeit bei 73 Cent. Sollte der Konzern im letzten Laufzeitjahr 78 Cent je Aktie ausschütten, führt dies zu einer Rückzahlung in gleicher Höhe - was einem Gewinn von 6,9 Prozent oder 3,6 Prozent per annum entspricht. Sofern die Telekom die Dividende wider Erwarten deutlich senkt oder sogar streicht, drohen große Rückschläge bis hin zum Totalverlust.
Aufgrund des hohen Risikos kommen die neuen Papiere nur für erfahrene Anleger in Betracht, und zwar vorwiegend zu Absicherungszwecken. Denn die Dividende ist ein wichtiger Einflussfaktor auf die Kurse vieler anderer Zertifikate. Bei steigenden Erwartungen hinsichtlich der Ausschüttung würde etwa der Kurs eines Bonuszertifikats tendenziell sinken, da Inhabern des Papiers diese nicht zugerechnet werden. Mit dem gleichzeitig zu erwartenden Kursanstieg des Dividendenzertifikats kann der Verlust ausgeglichen werden.
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