Profiteure im Seitwärtsmarkt
Ein anschauliches Beispiel liefert Macquarie Oppenheim - mit sieben Bonus-Cap-Quantozertifikaten auf Schwellenländer-ETFs von iShares, unter anderem für die chinesische, taiwanische und brasilianische Börse. Anleger müssen gleich vier Produktstrukturen durchdringen, bevor klar wird, wie die Papiere funktionieren. Mit Bonuszertifikaten nehmen Anleger eins zu eins an steigenden Aktienmärkten teil, sichern sich aber mindestens eine Bonuszahlung, sofern der Kurs nicht unter eine vorher definierte Barriere fällt. Cap wiederum bedeutet, dass der Gewinn nach oben begrenzt ist. Der Begriff Quanto hat sich in der Zertifikatewelt für einen Währungsschutz eingebürgert. Macquarie sichert die Papiere also gegen Euro-Dollar-Schwankungen ab.
Hat der Anleger diese drei Punkte begriffen, muss er sich noch über den Basiswert Klarheit verschaffen: Die Zertifikate beziehen sich nicht wie sonst üblich direkt auf einen Index, sondern auf börsengehandelte Fonds (ETFs), die diese Aktienbarometer nachbilden. Schlecht für Anleger: Der ETF kostet Gebühren und hinkt dem Index daher in aller Regel hinterher.
Außerdem können ETFs gerade in Schwellenländern kurzfristig deutlich vom Indexverlauf abweichen. Nicole Wittmann aus dem Macquarie-Derivateteam erklärt, warum die Entscheidung für den ETF als Basiswert trotzdem sinnvoll war: "Andernfalls wären die Absicherungsgeschäfte, die wir im Hintergrund tätigen, deutlich teurer oder gar nicht möglich gewesen."
Die Macquarie-Zertifikate bieten auf Sicht von zwei Jahren die Chance auf üppige 20 bis 35 Prozent Gewinn. Allerdings eignen sie sich nur für Anleger, die den Schwellenländer-ETFs moderate, aber keine zu hohen Gewinne zutrauen, einen Kurssturz nahezu ausschließen und außerdem mit einem schwachen Dollar rechnen.