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Merken   Drucken   21.11.2011, 11:29 Schriftgröße: AAA

Spezial-Zertifikate: Banken basteln besondere Derivate

Mit Standardzertifikaten lässt sich gutes Geld verdienen. Einige Geldinstitute haben aber auch Spezialkonstruktionen im Angebot, die abenteuerlich anmuten.
© Bild: 2011 FTD/Christina Bretschneider
Mit Standardzertifikaten lässt sich gutes Geld verdienen. Einige Geldinstitute haben aber auch Spezialkonstruktionen im Angebot, die abenteuerlich anmuten. von Bernd Mikosch 
Im Baumarkt stehen Profimaschinen neben Apparaten für Hobbybastler, Baustoffe neben Dekoartikeln. Vieles ist sinnvoll, über die Schönheit eines Wandtattoos oder den Nutzen eines Korkenzieheraufsatzes für den Akkuschrauber lässt sich aber streiten. Ähnlich verhält es sich am Zertifikatemarkt: Erfahrene Investoren finden dort einfach strukturierte Papiere, mit denen sie ihre Anlagestrategie gezielt und kostengünstig umsetzen können. Immer wieder aber kommen auch Papiere auf den Markt, die alles andere als einfach zu verstehen sind - und deren Mehrwert fraglich ist.
Dass sich Standardpapiere wie Discount- oder Bonuszertifikate in seitwärts tendierenden Aktienmärkten rechnen, belegt eine Studie des Instituts für Zertifikateanalyse. Die Funktionsweise dieser Derivate ist schnell zu begreifen, ihre Preise und Konditionen lassen sich leicht miteinander vergleichen. Doch so transparent, wie die Branche oft behauptet, ist der Markt nicht. Einige aktuelle Produkte belegen, wie tief die Anbieter im Ringen um Anlegergeld in ihren Werkzeugkästen wühlen.
Profiteure im Seitwärtsmarkt   Profiteure im Seitwärtsmarkt
Ein anschauliches Beispiel liefert Macquarie Oppenheim - mit sieben Bonus-Cap-Quantozertifikaten auf Schwellenländer-ETFs von iShares, unter anderem für die chinesische, taiwanische und brasilianische Börse. Anleger müssen gleich vier Produktstrukturen durchdringen, bevor klar wird, wie die Papiere funktionieren. Mit Bonuszertifikaten nehmen Anleger eins zu eins an steigenden Aktienmärkten teil, sichern sich aber mindestens eine Bonuszahlung, sofern der Kurs nicht unter eine vorher definierte Barriere fällt. Cap wiederum bedeutet, dass der Gewinn nach oben begrenzt ist. Der Begriff Quanto hat sich in der Zertifikatewelt für einen Währungsschutz eingebürgert. Macquarie sichert die Papiere also gegen Euro-Dollar-Schwankungen ab.
Hat der Anleger diese drei Punkte begriffen, muss er sich noch über den Basiswert Klarheit verschaffen: Die Zertifikate beziehen sich nicht wie sonst üblich direkt auf einen Index, sondern auf börsengehandelte Fonds (ETFs), die diese Aktienbarometer nachbilden. Schlecht für Anleger: Der ETF kostet Gebühren und hinkt dem Index daher in aller Regel hinterher.
Außerdem können ETFs gerade in Schwellenländern kurzfristig deutlich vom Indexverlauf abweichen. Nicole Wittmann aus dem Macquarie-Derivateteam erklärt, warum die Entscheidung für den ETF als Basiswert trotzdem sinnvoll war: "Andernfalls wären die Absicherungsgeschäfte, die wir im Hintergrund tätigen, deutlich teurer oder gar nicht möglich gewesen."
Die Macquarie-Zertifikate bieten auf Sicht von zwei Jahren die Chance auf üppige 20 bis 35 Prozent Gewinn. Allerdings eignen sie sich nur für Anleger, die den Schwellenländer-ETFs moderate, aber keine zu hohen Gewinne zutrauen, einen Kurssturz nahezu ausschließen und außerdem mit einem schwachen Dollar rechnen.

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  • dpa, 21.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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