Wetten auf einen steigenden Ölpreis sind derzeit äußerst beliebt. Allein für die vergangene Woche vermeldete der britische Investmentanbieter ETF Securities Zuflüsse von 40 Mio. $ in Papiere, mit denen Anleger auf steigende Rohölnotierungen setzen. Seit Anfang November steckten Investoren 435 Mio. $ in solche Derivate, das ist der Hälfte aller Zuflüsse, die ETF Securities seither verbuchte. Auch deutsche Zertifikateanbieter berichten von einer sehr hohen Nachfrage nach Ölzertifikaten.
Der Preis der Sorte WTI ist seit seinem Hoch im Juli um mehr als 75 Prozent gefallen. Nach Weihnachten startete eine fulminante Erholung. WTI stieg um 38 Prozent, korrigierte dann aber wieder. Trotzdem rechnen Experten langfristig mit deutlich höheren Preisen.
Herbe Rollverluste - Monat für Monat
Von diesen Aussichten sollten sich Anleger aber nicht blenden lassen, denn sie können nie eins zu eins an einer Erholung partizipieren - es sei denn, sie lagern Rohölfässer in ihrer Garage, um das Öl später mit Gewinn zu verkaufen. Finanzprodukte auf den Ölpreis hingegen basieren immer auf Terminkontrakten. Bei Papieren ohne Laufzeitbegrenzung muss der Anbieter in regelmäßigen Abständen fällige Futures verkaufen und dafür Kontrakte mit längeren Laufzeiten erwerben. Bei diesem "Rollen" entstehen Verluste, wenn der neue Kontrakt teurer ist als der fällige. Experten nennen das Contango.