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Merken   Drucken   16.04.2010, 15:45 Schriftgröße: AAA

WM in Südafrika: Erfolgreich verdienen am Kap der Guten Hoffnung

In Deutschland hat das Sommermärchen die Herzen der Deutschen erfreut und die Taschen der Geschäftsleute gefüllt. Wenn im Sommer Millionen Fans zur Fußball-WM reisen, hoffen die Südafrikaner auf klingende Kassen. Selbst die Börse dürfte anziehen. von Christian Ingerl
In Südafrika herrscht derzeit eine Art Sonderkonjunktur. Rund drei Millionen zahlungskräftige Zuschauer werden ab Mitte Juni zur Fußball-WM am Kap erwartet. Zudem sollen milliardenschwere Infrastrukturprogramme das Land auf Wachstumskurs schieben. Allein in das Sport-Event werden rund 2,8 Mrd. Euro investiert. Der gesamte Topf, der zur Wirtschaftsbelebung bereit gestellt wird, ist satte 74 Mrd. Euro schwer. 2010 soll nach Angaben des Finanzministeriums das BIP-Wachstum 2,3 Prozent betragen, der WM-Effekt wird dabei auf rund einen halben Prozentpunkt geschätzt.
Geht der Plan auf, dürfte auch die Börse wieder anziehen. Am einfachsten können Anleger mit einem Tracker auf den FTSE/JSE Top 40 auf dieses Szenario spekulieren. Schwergewichte im südafrikanischen Leitindex sind Minenkonzerne, die für knapp die Hälfte des Gewichts stehen. Allein auf Anglo American und BHP Billiton entfällt mehr als ein Drittel der Kapitalisierung. Im Kostenvergleich hat das Papier der UBS  klar die Nase vorn. Das Zertifikat weist einen Spread von nur 0,09 Prozent auf.
Während der FTSE/JSE Top 40 vor allem von den Rohstoffpreisen diktiert wird, ist der MSCI South Africa Index etwas breiter aufgestellt. Das Barometer umfasst insgesamt 44 Firmen. Zwar dominieren auch hier die Gold- und Platinförderer, allerdings nimmt auch die Finanzbranche mit rund einem fünftel Gewicht eine wichtige Stellung ein. Das Indexzertifikat der Commerzbank  bietet eine volle Partizipation, mit dem Vorteil, dass es auch noch währungsgeschützt ist.
Apropos Währungen: Über den Rand lässt sich ebenfalls auf eine Belebung des Landes spekulieren. Die Umsetzung ist mit einem Zinszertifikat möglich. Die Deutsche Bank  verfügt über ein solches Finanzvehikel. Das Papier legte auf Jahressicht knapp 40 Prozent zu. Als einfache Regel gilt: Eine Aufwertung des Rand gegenüber dem Euro wirkt sich positiv auf die Performance aus. Allein das Zinsgefälle zwischen Südafrika mit sieben Prozent und Europa mit einem Prozent spricht für die Währung. Da die Inflation immer noch über der Range der südafrikanischen Zentralbank liegt und das Land auch noch voller Konjunkturhoffnung ist, könnte der Trend anhalten.
  • FTD.de, 16.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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