Thomas Caldwell vom US-Wertpapierhaus Caldwell Securities hält nicht viel von solchen Vergleichen. Zwar könnten die Börsen inzwischen viel mehr Aufträge verarbeiten, sodass ein Rückstau wie 1987 kaum möglich sei. Zudem würden bei ungewöhnlich starkem Handel an der NYSE die nach dem Schwarzen Montag eingeführten Trading Curbs eingreifen, die den elektronischen Handel vorübergehend einschränken. Einen möglichen Absturz könnten diese Maßnahmen jedoch nur abfedern, nicht verhindern, sagt der 64-jährige Broker, der den Crash von 1987 miterlebte: "Vielleicht sollten wir einfach akzeptieren, dass man den Markt letztendlich weder vorhersagen noch kontrollieren kann."
USA wichtigster Kapitalmarkt
Ganz gleich, wie viel Unsicherheit herrscht: Die USA bleiben die größte Volkswirtschaft der Welt und damit der wichtigste Kapitalmarkt. Anleger, die ihre Risiken streuen möchten, kommen an US-Aktien kaum vorbei - schließlich haben sie gemessen am MSCI World ein Gewicht von fast 50 Prozent. Trotzdem raten Experten Anlegern zum Abwarten. "Weitere Wertberichtigungen können nicht ausgeschlossen werden", sagt Jeff Kautz, Manager eines US-Aktienfonds bei PWMCO, mit Blick auf den Finanzsektor. Alex Motola, Fondsmanager bei Thornburg Investments, rechnet "mit einer andauernden Krise bis zum Ende dieses Jahres".