Laut einer Untersuchung der Investmentbank Morgan Stanley sind in Belgien, Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Schweden und Spanien die Eigenheimpreise seit 1997 viel stärker gestiegen, als es Lohnzuwächse, Bevölkerungs- und Zinsentwicklung nahelegen würden. Stattliche 47 Prozent betrage diese durchschnittliche Übertreibung. In Spanien sei die Lage besonders kritisch, sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Allianz-Immobilientochter Degi. "Hier hat die Spekulationsblase dramatische Ausmaße angenommen."
Zugleich müssen sie immer höhere Tilgungsraten stemmen: Acht Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank in den vergangenen 18 Monaten haben die meist zu variablen Zinssätzen abgeschlossenen Kreditverträge empfindlich verteuert. So manche Rechnung geht da nicht mehr auf.
Fernando GarcÃa etwa bezahlt zurzeit monatlich 600 Euro für seine Hypothek, dazu 280 Euro für das Auto und 150 Euro für den Verbraucherkredit. Sein Nettoverdienst von 1700 Euro reicht da kaum noch zum Leben. "Wenn ich nicht zusätzlich noch eine Kreditkarte hätte, würde es gar nicht funktionieren", sagt GarcÃa. Wie ihm geht es vielen seiner Landsleute: Nach Umfragen von Verbraucherinstituten sind drei von fünf Haushalten am Ende des Monats in den roten Zahlen.
Für Spaniens Volkswirtschaft könnte dies schwerwiegende Folgen haben. Sie basiert vor allem auf dem Privatkonsum und dem Bausektor - und nun wackeln beide Säulen. Zwar stieg der private Verbrauch im zweiten Quartal noch immer um 3,3 Prozent. Doch vor allem die Ausgaben für langlebige Güter wie Autos nehmen ab. Mittlerweile verkneifen sich viele Spanier sogar den üblichen Restaurantbesuch zu Mittag oder die abendliche Tapas-Tour durch die Kneipen.