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Merken   Drucken   22.12.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Dachfonds: Fondsmanager entdecken ETFs

Immer mehr spezielle Dachfonds mit unterschiedlichen Strategien kommen auf den Markt. Die Wertentwicklung ist teilweise enttäuschend. von Andreas Preissner
Dachfonds schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Hauptgrund für die Entwicklung ist die Abgeltungsteuer. Die Dachfondsmanager können - anders als Privatanleger - auch nach Inkrafttreten der Abgeltungsteuer innerhalb ihrer Depots unbegrenzt umschichten, ohne dass 25 Prozent Steuer dafür anfallen.
So ist es kein Wunder, dass es mittlerweile auch zahlreiche ETF-Dachfonds gibt. Investoren haben heute die Wahl zwischen etwa zehn Produkten, je nachdem, wie streng man das Kriterium der ETFs als Zielfonds auslegt.
Vorreiter ist der ETF-Dachfonds von Veritas, seit April 2007 auf dem Markt. Das zugrunde liegende Trendphasenmodell funktionierte in den vergangenen zwölf Monaten hervorragend und bescherte den Anlegern ein knappes Plus. Anders sieht es beim ETF-Portfolio Global aus. Er bildet ein Weltportfolio ab, das nach der Wirtschaftsleistung der Länder gewichtet ist. Seit April 2008 auf dem Markt, zog es ihn mit den Weltbörsen um rund 30 Prozent nach unten.
In Deutschland gehandelte ETFs   In Deutschland gehandelte ETFs
Aktives Fondsmanagement reduziert Risiken
Aktives Management und passiver Indexfonds erscheinen zunächst als Widerspruch, passen jedoch gut zusammen. Für Dachfondsmanager bieten sich unzählige Möglichkeiten, eine Strategie umzusetzen. Zunächst einmal reduzieren sie das Risiko, einen falschen Zielfonds auszuwählen.
"Langfristig gesehen schneiden nur 19 Prozent aller aktiv gemanagten Fonds besser ab als ein vergleichbarer ETF aus dem jeweiligen Anlageuniversum. In Aufschwungmärkten schaffen es aber immerhin 46 Prozent besser zu sein", sagt Michael Winker, Direktor Portfolio Management bei Feri Finance. Gerade in kleinen Märkten liegen ETFs meist vorn.
Gegenüber einigen neueren Entwicklungen ist jedoch Skepsis angebracht. "Manche neuere ETFs, die eine Strategie oder ein fundamentales Auswahlprinzip verfolgen, bewähren sich zurzeit nicht", sagt Winker. So führe die deutliche Schwäche des Value-Segments zu teilweise schwächerer Performance bei Dividendenstrategie- oder RAFI-ETF, wobei diese Strategien langfristig sehr vielversprechend seien.
Branchenrotation bringt Renditeplus
"Anders sieht es etwa bei ETFs mit Schutzkomponente aus. Der Dax Protective Put-ETF zum Beispiel hat die Verluste der letzten Zeit gut abfedern können. Dagegen könnte sich genau jetzt lohnen, in den Covered Call-ETF umzuschichten", sagt Winker.
Für in aktiv gemanagte Fonds investierende Dachfonds noch recht schwer umzusetzen ist die Branchenrotation. Gerade die hätte zuletzt ein erhebliches Renditeplus gebracht, so Winker: "Während der Finanzkrise konnte ein Fondsmanager mit der Rotation von Branchen mehr Überrendite erzielen als mit der von Ländern. Dies lässt sich mit Branchen-ETFs gut umsetzen, zumal sie teilweise auch schon als Short- Variante verfügbar sind."
Absicherung auf dem europäischen Markt leicht zu handeln
Martin Stötzel setzt mit seinem Inka Return Strategie Plus auf eine Absicherungsstrategie, um die Aktieninvestments vor allzu hohen Verlusten zu schützen. "Wir beschränken uns dabei auf den europäischen Markt, weil die Produkte hochliquide und Optionen für die Absicherung leicht zu handeln sind", erklärt der Gesellschafter von Rhein Asset Management.
Von der Marktselektion hält er nicht viel: "Im Sommer 2008 gingen wir jedoch eine Wette gegen den brasilianischen Aktienmarkt ein, der stark mit dem Ölpreis korreliert", sagt Stötzel. Der Einsatz von ETFs biete da vor allem den Vorteil, dass sich über die passenden Optionen stets das exakte Absicherungsniveau bestimmen lässt.
  • FTD.de, 22.12.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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