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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   07.08.2007, 17:46 Schriftgröße: AAA

Deutsche Experten geben Entwarnung wegen Subprime-Chaos

Das Analysehaus Feri Research und der Fondsinitiator Jamestown sehen in den aktuellen Verwerfungen auf dem US-Subprime-Sektor keine generelle Krise. Auch der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) schließt eine Gefahr für den deutschen Hypothekenmarkt aus. von Markus Zydra (Frankfurt)
Deutsche Immobilienexperten bestreiten eine generelle Krise auf dem US-Immobilienmarkt. "Es handelt sich vielmehr um eine US-Hypothekenkrise in einem ganz bestimmten Segment, den Subprime-Krediten für Eigenheimbesitzer", sagt Markus Derkum, Geschäftsführer des US-Fondsinitiators Jamestown. Derkum beurteilt die Fundamentaldaten für US-Gewerbeimmobilien weiterhin positiv. "Wir sehen eine Rückgang der Leerstände und steigende Mieten, die Bautätigkeit übertrifft zudem nicht den Bedarf." Auch das Analysehaus Feri Rating & Research beruhigt die Anleger. "Das Eigenheimsegment ist verglichen mit dem Gewerbesegment klein. Wir haben eine Anleihenkrise, weil Banken ohne sorgfältige Prüfung Kredite vergeben haben", sagt Feri-Vorstand Helmut Knepel. Laut Feri haben sich lediglich die Preiszuwachsraten im Häuserbereich normalisiert. "Die Preisrückgänge sind auf wenige Märkte wie Florida und Kalifornien begrenzt", sagt Knepel. Einige Regionen wie Salt Lake City und Seattle verzeichneten laut Feri-Daten im ersten Quartal gar zweistellige prozentuale Wertzuwächse.
Ruhe bewahren: Der Subprime-Ausverkauf ist laut Feri keine ...   Ruhe bewahren: Der Subprime-Ausverkauf ist laut Feri keine generelle Krise
Credit Suisse warnt vor Abschwächung
Die beruhigenden Worte aus der Branche kommen zu einer Zeit, da die deutsche Mittelstandsbank IKB durch Spekulationen mit Subprime-Krediten in Schieflage kam. Mehrere Asset-Backed-Security-Fonds mussten geschlossen werden. Am Dienstag gab die WestLB bekannt, den ABS-Fonds Mellon Compass Fonds vorübergehend zu schließen. Zuvor hatten schon Union Investment, HSBC Trinkaus und Frankfurt Trust ihre Fonds gesperrt.
Viele Experten befürchten, dass die Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergreift, was alle Wirtschaftsbereiche, also auch den Immobilienmarkt treffen könnte. So warnen die Experten der Credit Suisse in einer aktuellen Studie vor einer Abschwächung der Gesamtrenditen für Immobilienanlagen, mit gestiegenen Risiken in den USA und Europa. Credit Suisse empfiehlt Anlegern Investitionen mit niedrigem Fremdkapitalanteil, beispielsweise in deutschen offenen Immobilienfonds.
ZIA hält deutsche Immobilienwirtschaft für immun
Der Zentrale Immobilien-Aussschuss (ZIA), der die Interessen der deutschen Immobilienwirtschaft vertritt, schließt ein Überschwappen der US-Subprime-Krise auf Deutschland aus. Die Fundamentaldaten seien nach wie vor positiv. Die Mieten stiegen leicht an, die Leerstände gingen weiter zurück. Durch einen hohen durchschnittlichen Eigenkapitalanteil und umfangreiche Bonitätsprüfungen bei Immobilienfinanzierungen stünden Hypotheken in Deutschland traditionell auf einem stabilen Fundament, ein mit dem Subprime-Bereich des US-Immobilienmarkts vergleichbarer Hochrisiko-Sektor existiere im deutschen Hypothekenmarkt nicht, schreibt der ZIA in einer Stellungnahme. "In der deutschen Immobilienwirtschaft gibt es keinen vergleichbaren Sektor und die Immobilienmärkte sind bei uns nicht überhitzt", sagte John von Freyend, ZIA-Vorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der IVG.
  • FTD.de, 07.08.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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