Diamanten als Geldanlage:Finanzprofis kritisieren mangelnde Transparenz
In einem Diamanten lässt sich auf sehr engem Raum sehr viel Vermögen bündeln - eigentlich die klassische Fluchtwährung. Problematisch ist es aber, das Papiergeld zu einem fairen Preis in den Stein zu investieren, da es keine funktionierende öffentliche Börse für Diamanten gibt. von Markus Zydra
Mit Einführung von Zertifikaten ist ein erster Standardisierungsversuch gestartet worden. Die Branche würde ihr Produkt sehr gerne als Asset in der Portfolioverwaltung etablieren.
Doch das Misstrauen der professionellen Vermögensverwalter bleibt: "Diamanten sind als Asset mit Gemälden oder Perserteppichen vergleichbar-die Preisbildung ist sehr emotional", sagt Christian Hefti, Leiter Wealth Management Research bei UBS Deutschland. Auch andere von der FTD befragte Geldhäuser bemängelten die schlechte Transparenz, zumal das Angebot gesteuert wird. Der südafrikanische Konzern De Beers hortet Diamanten, um so den Preis zu diktieren-auch in Antwerpen, wo rund 85 Prozent aller Rohdiamanten an Großhändler und Juweliere vermarktet werden. Zehnmal im Jahr teilt De Beers den angeschlossenen Häusern Kontingente (Sights) zu.
Ebenso schwer ist es, über Aktien in Diamanten zu investieren - es gibt weltweit rund 20 Minen, davon sind Alrosa, Rio Tinto, BHP Billiton und Anglo American, die 45 Prozent an De Beers halten, die größten. "Doch der Anteil der Diamantensparte am Gesamtgeschäft der Minenbetreiber macht nur ein bis drei Prozent aus - steigende Preise würden sich also nur marginal auf die Aktienkurse auswirken", sagt Stefan Breintner, Rohstoffanalyst bei DJE. Dabei ist die fundamentale Lage gut. "Der Markt soll bis 2014 um sechs Prozent jährlich wachsen."
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