Steckbrief
Die Prognosen für attraktive Renditen aus Hallen und Hochlagern sind gut, realistisch sind jährliche Erträge zwischen acht und neun Prozent. Private Kapitalanleger jedoch finden nur wenig geeignete Möglichkeiten, davon zu profitieren.
Aussichten: "Transport, Umschlag, Lagerung, Konfektionierung - all das wird von den Unternehmen zunehmend ausgelagert", sagt Jörg Risse von der Firma Visuality Consulting. Das Berliner Unternehmen berät Banken und andere institutionelle Großanleger bei ihren Investitionen in Logistikimmobilien. Der Markt wächst seit Jahren kontinuierlich, und seit die EU sich im vergangenen Jahr in Richtung Osteuropa erweitert hat, gerät vor allem Deutschland in den Mittelpunkt. Passende Objekte zu finden ist jedoch schwierig. "Der Markt ist sehr intransparent, nur wenig Informationen sind öffentlich zugänglich", bedauert Risse.
Objekte: Vielleicht liegt es daran, dass der Fonds des Hamburger Initiators Rothmann & Cie. trotz guter Rahmenbedingungen nicht so richtig in Schwung kommt. Seit 2002 bietet Rothmann einen reinen Logistikfonds an. Anleger beteiligen sich über den "Logis Fonds" an der Garbe Logimac AG. Die Investition ist mit einem Blind Pool vergleichbar, der im Laufe der Zeit mit Immobilien aufgefüllt wird. Dabei zahlen die Fondszeichner entweder den kompletten Betrag als Einmalanlage ein oder überweisen monatliche Sparraten ab 50 Euro. Geplant war ursprünglich, bis zu 375 Mio. Euro Eigenkapital einzusammeln und mit zusätzlichem Fremdkapital in großem Stil geeignete Gebäude zu kaufen. Doch davon ist der Logis Fonds weit entfernt. "Fünf bis sechs Objekte haben wir bislang erworben", sagt Vertriebsleiter Jochen Barthelmäs. Der aktuelle Verkaufsprospekt geht in seiner Kalkulation nur noch von 50 Mio. Euro Kundengeldern aus.
Auswahl: Partner und entscheidende Kraft ist das Transportunternehmen Garbe. Dessen Kompetenz ist unbestritten: Seit Anfang der 90er Jahre akquiriert, vermarktet und verwaltet die Hamburger Firma erfolgreich Logistikimmobilien. "Garbe kann als einer der führenden Anbieter von Full-Service-Dienstleistungen für Logistikimmobilien angesehen werden", heißt es in einer Studie der TU Berlin zusammen mit Visuality Consulting.
Konzeption: Anleger treten keiner Kommanditgesellschaft bei, sondern werden atypisch stille Gesellschafter einer Aktiengesellschaft. Sie bekommen daher auch keine Erträge aus Vermietung und Verpachtung, sondern aus Gewerbebetrieb. Der Geschäftsbereich umfasst neben dem Erwerb, dem Bau und der Vermarktung der Immobilien auch Internet- und andere Kommunikationsdienstleistungen. Die Einnahmen sind steuerbegünstigt, denn sie unterliegen dem Halbeinkünfteverfahren.
Ausschüttungen: Laut Prospekt bekommen Fondszeichner in den ersten Jahren jährlich Ausschüttungen von sieben Prozent, die ab 2015 steigen sollen. Allerdings bedient sich zuerst der Initiator: Neben den laufenden Kosten für Geschäftsführung und Fondsverwaltung erhält Garbe Logimac ab 2008 jährlich einen Vorabgewinn in Höhe von zehn Prozent.
Nebenkosten: Auch hier ist der Initiator nicht gerade kleinlich. Inklusive sechs Prozent Agio fließen laut Plan 53 Mio. Euro in den Logis Fonds. Für Investitionen in die Objekte bleiben davon rund 41 Mio. Euro übrig. Der Rest sind Platzierungskosten, und die fallen mit einem Anteil von 22,6 Prozent ziemlich happig aus.
Anbieter: Der Hamburger Initiator Rothmann & Cie. stellt mittelständischen Unternehmen seit mehr als zehn Jahren Fondskapital zur Verfügung. Mehr als 30.000 Anleger haben rund 700 Mio. Euro Eigenkapital investiert. Die Leistungsbilanz ist in Ordnung: Anleger erhielten ihre Auszahlungen wie prospektiert.
Fazit: Das Angebot ist geeignet für Investoren, die vor allem dem Unternehmen Garbe voll und ganz vertrauen. Sie stellen ihr Kapital einem Blind Pool zur Verfügung und verlassen sich darauf, dass es Gewinn bringend eingesetzt wird.