Die Fondobjekte haben ein gute Lage: Ein Gebäude steht direkt am Ufer des Michigansees,...
Außerdem hat die Stadt am Michigansee in den vergangenen zehn Jahren mehr Arbeitsplätze geschaffen als New York, Los Angeles und Boston zusammen. Das lässt Immobilieninvestoren auf weiterhin starke Nachfrage nach Büroräumen hoffen. Der Hamburger Initiator Norddeutsche Vermögen hat Chicago als Standort seines ersten US-Fonds gewählt. Miete kassiert er unter anderem vom Playboy, dem - noch ein Superlativ - bekanntesten Erotikmagazin der Welt.
Objekte und Standort: Der NV Real Estate Fund 1 Chicago beteiligt sich an zwei Immobilien in der drittgrößten Stadt der USA. Die Objekte stammen aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und zählen alleine daher nicht zu den Topgebäuden der Metropole. Dafür stimmt die Lage: Ein Gebäude steht mitten im Central Business District und das andere direkt am Ufer des Michigansees. Die Renovierungen waren umfangreich, die Hochhäuser präsentieren sich in gutem Zustand.
Vergleichsweise günstig waren die Immobilien, weil umfangreiche Mietverträge in Kürze auslaufen. So etwas drückt den Marktwert. Der Fonds zahlte pro Gebäude umgerechnet 156 $ beziehungsweise 147 $ pro Squarefoot - dem in den USA üblichen Raummaß, das ungefähr einem Zehntel Quadratmeter entspricht. Zum Vergleich: In New York und Washington müssen Käufer leicht 600 $ und mehr auf den Tisch legen.
Mieter: Derzeit überweisen rund 120 verschiedene Nutzer Miete an die Fondsgesellschaft. Die größten Zahler sind die City of Chicago und Playboy Enterprises.
Das Unternehmen rund um das Herrenmagazin mit dem Bunny-Logo hat seinen Hauptsitz seit 1989 in einem der Fondsobjekte. Aktien des Unternehmens werden an der New York Stock Exchange gehandelt, die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet den Verlag mit der Durchschnittsnote "B". Offen ist, wie die Bewertung in zwei Jahren ausfällt. Dann nämlich läuft der Mietvertrag mit Playboy aus. Nach Angaben des Initiators sind die "Herren der Häschen" an einer Verlängerung interessiert und haben bereits ein erstes Angebot vorgelegt. Zieht der Verlag dennoch aus, muss der Fonds einen Nachmieter suchen. Für diesen Fall sind Renovierungsrücklagen in Höhe von 5 Mio. $ berücksichtigt. Darüber hinaus kalkuliert der Fonds aus Sicherheitsgründen einen Leerstand von 15 Monaten für die Playboy-Flächen ein.