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Merken   Drucken   15.03.2004, 07:00 Schriftgröße: AAA

Geldanlage: 5048,62 Punkte oder das Maß aller Dinge

"Die Leute zieht es da hin, wo etwas passiert. Sie sind bereit zu zahlen, um dabei zu sein. Das treibt den Nasdaq-Index höher und höher. Wir glauben, er wird noch weiter deutlich steigen." von Stephen Schurr
Als Al Goldman von AG Edwards am 9. März 2000 in den CBS-Abendnachrichten mit Dan Rather diese mutige Prognose abgab, notierte der Nasdaq Composite bei 5047,39 Zählern. Und in der Tat, am folgenden Handelstag, dem 10. März 2000, schloss der Index bei 5048,62 Punkten erneut fester. Es war, so glaubten wir, der Aufbruch in ein neues Zeitalter - die New Economy war das neue Paradigma.
Nicht alle waren damals so zuversichtlich. "Wenn die Leute beginnen von einer neuen Ära zu sprechen, sollten Investoren sofort das Feld räumen", sagte der John Kenneth Galbraith bereits 1999 in einem Interview. Am vergangenen Mittwoch jährte sich der Höchststand an der Nasdaq zum vierten Mal. Das neue Zeitalter ist also gerade mal vier Jahre jung. Der Nasdaq Composite schwankt aktuell um die 2000-Punkte-Marke, und für viele Wall-Street-Akteure ist es schmerzhaft, an die Illusionen von damals zurückzudenken.
Tech-Aktien derzeit überbewertet
Angesichts des jüngsten, rasanten Anstiegs der US-Technologiebörse, die vor 18 Monaten noch knapp über 1100 Zählern notierte, ist es jedoch lehrreich, die Nasdaq-Träume der Vergangenheit mit den aktuellen Ständen zu vergleichen. Zuerst die gute Nachricht: Bis zu den Höchstständen von einst ist es noch ein weiter Weg. Die schlechte Nachricht: Die aktuelle Bewertung der Aktien an der Nasdaq erscheint ausgesprochen hoch.
"Wir denken auch, dass Tech-Aktien derzeit leicht überbewertet sind. Doch vor vier Jahren lagen die Kurse unanständig hoch -sie erreichten das Drei- bis Vierfache ihres tatsächlichen Wertes", sagte Tom McManus, Chef-Investmentstratege bei Banc of America Securities. McManus zählte Anfang 2000 zu den wenigen Bären. Damals gehörten 12 der 20 größten US-Unternehmen dem Technologiesektor an; die Hälfte davon hatten ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 100. Heute, vier Jahre später, rangieren nur noch vier Hightechs unter den 20 größten US-Firmen. Von den vier "Musketieren" hat Intel mit 43 das höchste KGV.
Oder nehmen wir Cisco . Im März 2000 kam der Netzwerkausrüster auf einen Börsenwert von 452 Mrd. $, ein KGV von 148 und einen erwartetes Gewinnwachstum von 30 Prozent pro Jahr. Seitdem hat Cisco ordentlich abgespeckt. Die Marktkapitalisierung liegt heute bei 158 Mrd. $, das KGV bei 35 und die erwartete Gewinnsteigerung zwischen 15 bis 20 Prozent.
Nasdaq wird das Niveau nicht langfristig halten können
Inzwischen hat auch die Nasdaq wieder zu solideren Proportionen zurückgefunden. Im März 2000 vereinen die drei größten Unternehmen im Nasdaq 100 zusammen 39 Prozent des gesamten Kapitals auf sich. Aktuell machen die drei Schwergewichte - Microsoft , Intel  und Qualcomm  - 19 Prozent des Index-Kapitals aus. Das ist immer noch ordentlich. Andererseits finden immer mehr Unternehmen, die nicht aus dem Technologiesektor stammen, ihren Weg unter die 25 größten Unternehmen im Nasdaq 100. Comcast , Starbucks , Apollo Group  und Bed Bath and Beyond  wären hier zu nennen.
Fest steht, dass die Unternehmen an der Nasdaq weiterhin hoch bewertet sind und sich langfristig nicht auf diesem Niveau werden halten können. Zusammen liegt ihr KGV zurzeit bei 57. Tatsache ist allerdings auch, dass im Unterschieden zum März 2000 Investoren, die Tech-Aktien scheuen, heute nicht mehr so viele Zufluchtsorte finden.
Stephen Schurr berichtet für die Financial Times von der Wall Street.
08:34:04 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
Microsoft 29,76 USD   +0,03%  0.01
Cisco Systems 16,73 USD   +0,36%  0.06
Qualcomm 57,93 USD   +1,24%  0.71
Intel 26,03 USD   -0,46%  -0.12
    % 
Starbucks 53,37 USD   -0,61%  -0.33
    % 
  • FTD.de, 15.03.2004
    © 2004 Financial Times Deutschland,
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