Jetzt steigt die Nachfrage nach Gefellers Werken - bald wohl auch in Deutschland. Denn der Mittdreißiger stellt wie viele andere aufstrebende junge Künstler auf der Messe Art Cologne aus, die am Freitag beginnt. Unter dem Motto "Art Now" zeigen dort 250 Galerien Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Bilder, Objekte und Inszenierungen.
In den Kölner Messehallen werden sich nicht nur Kunstsammler tummeln, die aus Leidenschaft Bilder oder Plastiken kaufen. Auch Investoren mischen sich unter die Messegäste. Von einer Geldanlage in Kunst statt in Aktien oder Anleihen versprechen sie sich Gewinne in Zeiten schwacher Konjunktur. Denn das Geschäft mit Kunst ist wenig volatil und relativ unabhängig von politischen und ökonomischen Ereignissen. Und Experten erwarten hier weiter steigende Preise.
Für die meisten Sammler steht die Rendite freilich nicht im Mittelpunkt ihrer Kaufentscheidung. Vielmehr wollen sie ihr Vermögen sinnvoll anlegen. "Unsere Kunden suchen nach Kunstwerken, die ihnen gefallen und ihnen etwas sagen", sagt Johannes Baratta, Leiter des Private Wealth Managements der
Deutschen Bank . "Erst danach machen sie sich Gedanken, wie sich der Wert eines Stücks entwickeln könnte."
Glückliches Händchen
Auch mit dieser Strategie haben Käufer zuletzt ein glückliches Händchen gehabt. Im vergangenen Jahr stiegen die Kunstpreise um 9,5 Prozent. In Dollar gerechnet ergab sich sogar ein Plus von 19 Prozent, wissen Experten der Kunstagentur Artprice. Getragen hat die Preisexplosion eine rasant steigende Nachfrage. Die Verkaufszahlen der bildenden Kunst stiegen 2004 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, hat Artprice beobachtet. Die Agentur erfasste den weltweiten Handel mit zirka 450.000 Kunstwerken von 2900 Auktionshäusern.
Ein Nachzügler ist der deutsche Markt. "Er leidet unter der allgemeinen Wirtschaftslage", sagt Cheyenne Westphal, beim Auktionshaus Sotheby's verantwortlich für zeitgenössische Kunst in Europa. Doch weltweit sollen die Preise in den kommenden Monaten weiter zulegen, meinen die Artprice-Experten - und zwar nicht nur für Werke etablierter Künstler.
Das kommt Kunstsammlern gleich doppelt gelegen, berichtet Stefan Shaw, Galerist und Geschäftsführer der Agentur Artmatters: Sie können nachträglich rechtfertigen, dass sie viel Geld für die Kunst ausgegeben haben. "Die wenigsten Sammler investieren in Kunst als Geldanlage. Aber mit dem Blick durch die Investmentbrille können sie ihr Handeln rational erscheinen lassen, obwohl die Kaufentscheidung emotional geprägt war", sagt Shaw. Für sinnvoll hält er ein Investment in Kunst aber trotzdem nicht. Die vergleichsweise hohen Transaktionskosten machten diese Form der Geldanlage wenig attraktiv.
Genau hinsehen
Wer nach dem Kauf von Kunstwerken eine Chance auf eine ansehnliche Rendite haben möchte, muss deshalb bei der Auswahl genau hinsehen. "Man sollte auf Qualität achten", rät Baratta von der Deutschen Bank. Konkret bedeutet das: "Besonders geeignet sind die bekanntesten Werke eines Künstlers und solche, die seine Vision deutlich erkennen lassen."
In Galeristenkreisen sind Kunstinvestoren derweil gar nicht gern gesehen. "Nach einem Höhenflug sind schon viele Künstler wieder abgestürzt", sagt Westphal von Sotheby's. Im Moment warnen Experten vor der Gefahr einer Überhitzung: "Der Kunstmarkt spielt verrückt. Für manche Künstler gibt es schon Wartelisten", sagt Westphal. Und so hat auch die Galerie Rehbein ein Auge darauf, wie sich die Preise für Werke ihres Schützlings Andreas Gefeller entwickeln. Steigen sollen sie zwar - aber langsam.