FTD.de » Finanzen » Geldanlage » Ausländische Investoren kaufen in Ostdeutschland

Merken   Drucken   05.04.2007, 13:00 Schriftgröße: AAA

Immobilien: Ausländische Investoren kaufen in Ostdeutschland

Fehlinvestitionen, hohe Leerstandsquoten - seit die Spekulationsblase am ostdeutschen Immobilienmarkt Ende der 90er-Jahre platzte, galt für Investoren: Finger weg von den neuen Bundesländern. Jetzt denken ausländische Private-Equity-Fonds offensichtlich um.
"Internationale Investoren entdecken ostdeutsche Immobilien, weil die Nettoanfangsrenditen hoch sind und die Mieten schneller als im Westen steigen", sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Allianz-Immobilientochter Degi. Diese Renditekennzahl setzt die Mieteinnahmen des ersten Jahres ins Verhältnis zum Kaufpreis plus Nebenkosten.
Insgesamt 12 Mrd. Euro seien 2006 bereits in die neuen Länder geflossen, hat Beyerle errechnet. "Das entspricht gut einem Drittel der Investitionen in den alten Ländern von 34,1 Mrd. Euro." Auf dem Kaufzettel der Beteiligungsfirmen stehen nicht nur Wohnungsgesellschaften wie etwa die Dresdner Woba, die für 1,74 Mrd. Euro an den US-Investor Fortress ging. Vor allem Gewerbeimmobilien sind gefragt.
Hohe Leerstände schrecken ausländische Investoren nicht
So erwarb die britische Prime Commercial Properties 2006 für 389 Mio. Euro zwei Einkaufszentren in Leipzig. Die für skandinavische Fonds tätige Herkules Grundbesitz hat bereits 2005 ein Einkaufszentrum in Magdeburg erworben und ist auf der Suche nach Hotels. "Wir suchen Objekte mit bekannten Betreibern und einer Mindestvertragslaufzeit von zehn Jahren", sagt Geschäftsführer René Ravn.
Auch der schwedische Immobiliendienstleister Catella Properties verweist auf die deutlich günstigeren Preise. Danach können Bürogebäude in Dresden derzeit zu Nettoanfangsrenditen von 6,7 Prozent und in Leipzig von 9,1 Prozent erworben werden. Im Westen liegen sie bei unter 5,25 Prozent.
Grund für die niedrigen Preise sind die hohen Leerstände. Die würden ausländische Investoren aber nicht abschrecken, so Beyerle. "Sie erwarten, dass sich die Märkte in den neuen Ländern schneller erholen als in den Altländern". Nach Degi-Berechnungen ist die Leerstandsquote bei Büroflächen im Osten 2006 im Schnitt um 30 Basispunkte auf 15,1 Prozent gefallen, im Westen nur um 20 auf 5,7 Prozent. "Gleichzeitig stiegen die Büromieten in den neuen Ländern 2006 im Schnitt um vier Prozent von 9,80 auf 10,40 Euro pro Quadratmeter, im Westen nur um ein Prozent auf 11,50 Euro", so Beyerle.
  • FTD.de, 05.04.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6788,8  [40.04 +0,59%
  Euro Stoxx 50 2522,34  [9.42 +0,37%
  Dow Jones 12890,46  [6.51 +0,05%
  Nasdaq Composite 2927,23  [11.37 +0,39%
  Euro 1,3254 USD  [-0.0021 -0,16%
  Brent-Öl 117,52 USD  [0.84 +0,72%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
 



 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote