Experten warnen vor Blind-Pool-FondsOftmals gebe es auch keine Platzierungsgarantien. Kann der Initiator nicht das nötige Kapital einsammeln, müsse der Fonds rückabgewickelt werden, warnt Loipfinger. "Dabei besteht für die Anleger ein erhebliches Verlustrisiko, weil bereits bezahlte Aufwendungen für Immobilienankäufe nicht zurückgefordert werden können."
Experten der Stiftung Warentest warnen insbesondere vor Blind-Pool-Fonds. Bei diesen Fonds weiß der Anleger bei Vertragsabschluss nicht, in welche Objekte sein Geld investiert wird. Zudem seien viele Anbieter "Neulinge am Markt, die nie zuvor einen geschlossenen Immobilienfonds aufgelegt haben".
Marktexperten fürchten seit längerem die Entstehung einer gewaltigen Spekulationsblase in Dubai. Auch im Bürosegment sei das derzeit hohe Mietpreisniveau wegen der zahlreichen Neubauten auf Dauer nicht haltbar, warnte der internationale Immobiliendienstleister CB Richard Ellis bereits im Frühjahr. "Mittelfristig ist eine Korrektur nach unten zu erwarten." Analysten von Colliers International vermerkten in ihrem jüngsten Bericht, dass Flächenvolumen aller derzeit im Bau befindlichen Bürogebäude entspreche rund 90 Prozent des bisherigen Bestands im Emirat.
Korrektur am Wohnungsmarkt
Besonders drastisch könnte die Korrektur am Wohnungsmarkt ausfallen. In dem nur 4114 Quadratkilometer kleinen Emirat leben zwar 1,57 Millionen Menschen. Mehr als eine Million von ihnen sind jedoch überwiegend im Niedriglohnsektor tätige ausländische Gastarbeiter. Bei den Neubauten handelt es sich aber fast nur um Apartments im Luxussegment. Makler monieren jedoch, dass viele der Wohnungen für die finanzkräftigen einheimischen Familien zu klein seien.
Die Optimisten unter den Maklern erwarten trotz nachgebender Mieten weitere Preisanstiege von bis zu 25 Prozent im nächsten Jahr und verweisen dabei auf die große Nachfrage ausländischer Investoren - etwa geschlossener Fonds aus Deutschland. Dagegen berichtete DSL-Chef Shuckri Bundakji der Middle East Business and Financial News von ersten Entwicklern, die den Kaufinteressenten bereits Entgegenkommen zeigen. Zwar seien die Preise noch nicht nennenswert zurückgegangen. Doch für Bundakji ist klar: "Wenn immer mehr Objekte an den Markt kommen, können die Preise nicht weiter steigen."