Immobilien:Energieeffizienz erhöht Wert von Immobilien
Die gestiegenen Preise für Öl, Gas und Strom erzeugen nach Ansicht des Dienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL) starken Handlungsdruck für die Immobilienwirtschaft. Die Energieeffizienz der Gebäude wird zunehmend wichtiger. von Reinhard Hönighaus
"Das Thema Energieeffizienz wird neben der Globalisierung und der Kapitalmarktorientierung als dritter Megatrend die Immobilienmärkte der Zukunft beeinflussen", sagte Markus Reinert, International Director bei JLL. Der Wert einer Immobilie werde künftig vom Energieaufwand beeinflusst, der über ihren gesamten Lebenszyklus betrieben werden müsse. Das Thema Energieeffizienz werde auch in Deutschland einen Milliardenmarkt öffnen.
Ab 2009 gibt es ihn, den Energieausweis für Hausbesitzer
Immobilien sind in Deutschland mit fast 40 Prozent des Energiebedarfs der größte Energieverbraucher. Rund 17 Millionen Wohngebäude und sechs Millionen Geschäfts- und Verwaltungsgebäude hinterlassen ihre Spuren in der Energiebilanz. Mehr als die Hälfte der Gewerbeflächen sind älter als 25 Jahre und gelten als nicht energieeffizient. Die Einsparpotenziale liegen nach Branchenschätzungen zwischen 15 und 30 Prozent. Immobilien, die wenig Energie verbrauchen, könnten laut JLL künftig zu höheren Preisen vermietet und verkauft werden als konventionelle Gebäude. Mieter könnten bei niedrigerem Energieverbrauch von sinkenden Nebenkosten profitieren. Für Dienstleistungen wie energetische Buchführung und Beratung für umweltschonende Bauplanung werde sich ein Markt bilden.
Bei Investoren, Eigentümern und Nutzern haben sich aber noch keine verbindlichen Vorgaben und Standards zur Bewertung "grüner Immobilien" etabliert. Einen ersten Schritt dazu versucht die Bundesregierung mit der verbindlichen Einführung von Energieausweisen ab 2009. Damit wird die EU-Gebäuderichtlinie umgesetzt - Ziel ist die Dokumentation der Verbrauchseffizienz von Gewerbeimmobilien.
Doch die öffentliche Hand hat bei der Bewirtschaftung ihrer eigenen Liegenschaften bisher kaum etwas unternommen. Schulen, Gefängnisse und Behörden wurden großteils in der Nachkriegszeit gebaut und seither kaum saniert. Die Energiekosten der öffentlichen Hand allein belaufen sich auf 3,5 Mrd. Euro jährlich. Hier versucht zum Beispiel der Energieversorger RWE mit Dienstleistungen für Bund, Länder und Kommunen ins Geschäft zu kommen, die Einsparungen bringen sollen.
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