Auch in anderen Staaten böse ÜberraschungenDabei ist Italien nicht das erste Land, das die Spielregeln für Fondsbesitzer ändert. Ab August hat Ungarn eine Sonderabgabe von vier Prozent sowie eine Mindeststeuer eingeführt. Hier zahlen die Gesellschaften selbst Körperschaftsteuer, der Zusatzbetrag fehlt nun für die geplante Ausschüttung. Auf Grund der langen Bindung von bis zu 15 Jahren können Anleger bei einem Fondsbeitritt somit nicht sauber kalkulieren, auch wenn die Geschäfte wie geplant verlaufen. "Ein steuerlicher Bestandsschutz ist nicht eingebaut, allerdings gilt das auch für heimische Angebote", erläutert Führlein.
Beispiel Österreich: Hier sollte der bestehende Freibetrag ab 2005 von 3600 auf 10.000 Euro aufgestockt werden. Ein Plan, der einige Initiatoren zu neuen Produktideen in der Alpenrepublik motivierte. Doch kurzfristig wurde der fünfstellige Betrag nur für Inländer eingeführt und für Anleger von jenseits der Grenze auf 2000 Euro gesenkt. Wer hier mit den alten Höhen kalkuliert hat, zahlt nun auf die übersteigenden Einkünfte einen Steuersatz von 38,3 Prozent. Ähnliches sah es im gleichen Jahr in den Niederlanden aus. Hier entfiel zuvor die Forderung des Fiskus, wenn die pauschal berechnete Steuer unter 217 Euro lag. Damit kamen Beteiligungen von mehr als 20.000 Euro ohne Abgaben davon. Durch die Absenkung auf derzeit 41 Euro gilt das nur noch für nicht realisierbare Mini-Anteile.
Slowakei lockt mit attraktiver Flat Tax
Anleger sollten diese Negativbeispiele aber nicht generell vom Blick auf Auslandsfonds abhalten. So lockt Großbritannien mit einem Freibetrag von umgerechnet 7300 Euro, der auch noch periodisch um die Inflationsraten aufgestockt wird. "Diese Vergünstigung erscheint langfristig genauso sicher wie der Steuervorteil in den USA", sagt Führlein. Jenseits des Atlantiks bleiben ebenfalls inflationsangepasst rund 2750 Euro pro Jahr frei, und anschließend wirkt ein Steuersatz von zehn Prozent.
Im Trend sind auch osteuropäische Staaten. So hat Tschechien zu Jahresbeginn die Steuern gesenkt, und die Slowakei lockt mit einer attraktiven Flat Tax. Anleger müssen hier eher auf die wirtschaftlichen Perspektiven als auf das Finanzamt achten.