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16.08.2007, 08:13
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Immobilien:
Kreditkrise macht Bauen billiger
In den vergangenen zwölf Monaten hat sich Baugeld deutlich verteuert. Experten erwarten jedoch sinkende Zinsen für Käufer mit viel Eigenkapital.
von Richard Haimann
Im Herbst 2006 lagen die niedrigsten Zinssätze für Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Laufzeit zeitweise bei unter 3,5 Prozent. Inzwischen sind selbst die günstigsten Zinssätze bei zehnjährigen Krediten auf effektiv 4,69 Prozent gestiegen, meldet der Finanzierungsvermittler Interhyp.
Zinsen und Häuserpreise fallen
Jetzt werden allerdings mit der Krise am US-Hypothekenmarkt die Karten neu gemischt. Einige Experten gehen davon aus, dass auch deutsche Eigenheimkäufer künftig Risikoaufschläge zahlen müssen. Andere rechnen hingegen mit sinkenden Zinsen - vor allem für Immobilienerwerber guter Bonität.
Eher düster blickt Thomas Beyerle, Leiter Research und Strategie der Allianz-Immobilientochter Degi, in die Zukunft: "Wegen der hohen Ausfallraten bei den US-Hypothekendarlehen werden Investoren auch Verbriefungen europäischer Eigenheimkredite künftig deutlich kritischer beäugen." Dies werde die Banken zwingen, die Zinssätze anzuheben.
Auch europäische Märkte überhitztFolker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, geht allerdings davon aus, dass die Baugeldzinsen bald wieder fallen werden. Das schwächere Wirtschaftswachstum werde die US-Notenbank noch in diesem Jahr zwingen, den Leitzins von derzeit 5,25 auf 4,75 Prozent zu senken und 2008 weiter zu reduzieren. Die Europäische Zentralbank werde den Leitzins allenfalls noch um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent erhöhen. "Damit werden aber die Zinsanhebungen in der Euro-Zone abgeschlossen sein", sagt Hellmeyer: Profitieren würden davon vor allem Käufer und Anschlussfinanzierer mit guter Bonität. "Die aktuelle Krise am US-Hypothekenmarkt fördert die Nachfrage nach sicheren Pfandbriefanleihen", sagt Hellmeyer.
In den USA hatten Hypothekenbanken seit Jahren im großen Stil Eigenheimkredite mit variablen Zinssätzen vergeben. Die Darlehen wurden verbrieft und als Asset Backed Securities (ABS) an die Kapitalmärkte weitergereicht. Doch seit die Zinsen steigen, können immer mehr US-Eigenheimbesitzer ihre Kredite nicht bedienen.
Jetzt fürchten ABS-Investoren, dass auch in Europa Hypothekendarlehen platzen könnten. Insbesondere die Märkte in Spanien, Portugal und Großbritannien gelten als überhitzt. Seit Jahresbeginn fallen auf der iberischen Halbinsel die Preise. "Jedes zweite der 800.000 Eigenheime und Eigentumswohnungen, die 2006 in Spanien entstanden sind, wurden nur zu Spekulationszwecken gebaut oder erworben", sagt Christopher Clover, Managing Director der Immobiliengesellschaft Panorama in Marbella.
Wie ernst ABS-Investoren die Lage sehen, zeigt GMAC-RFC. Die auf Eigenheim-Vollfinanzierungen spezialisierte Tochter des General-Motors-Konzerns musste jetzt eine geplante Verbriefung deutscher Baudarlehen über mehr als 500 Mio. Euro zurückstellen.
Teil 2: Warum Pfandbriefe als risikolos gelten
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Aus der FTD vom 16.08.2007
© 2007 Financial Times Deutschland,
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