In der Kritik steht vor allem die problematische Finanzierung. Der Verbraucherschutzverein "Wohnen im Eigentum" in Bonn weist beispielsweise auf eine hohe finanzielle Doppelbelastung hin. "Zu der Mietzahlung, die je nach Wohnlage nicht unerheblich ist, kommen noch der Finanzierungsanteil und die Notwendigkeit hinzu, innerhalb der festgelegten Frist Kapital anzusparen, um den Kaufpreis, der später fällig wird, bezahlen zu können", sagt Matthias Erfurt. Erfurt ist als Rechtsanwalt für den Verein tätig. "Gerade Kleinverdiener können sich das gar nicht leisten", sagt Erfurt weiter.
Weiteres Problem bei dieser Art der Finanzierung: Wenn der Mietkauf doch über das Immobiliendarlehen oder einen Bausparvertrag finanziert wird, wird zu den eigentlichen Kosten beim Kauf später noch der Baukredit mit hohen Zinsen fällig. Wenn man die Laufzeiten beim Mietkauf berücksichtigt, fängt man also erst spät damit an, einen Immobilienkredit abzubezahlen und tilgt das Darlehen dann bis ins hohe Rentenalter.
Neben einer Reihe von Finanzierungsvorbehalten sieht Holger Kahl, Immobilienexperte bei der Hamburger Sparkasse Haspa, auch rechtliche Probleme. "Es stellt sich die Frage, was zum Beispiel mit der Grundsteuer oder der Brandversicherung für die Immobile passiert: Wer zahlt denn das - der Mieter oder der eigentliche Eigentümer?", gibt Kahl zu bedenken. "Schwierig wird es auch bei Bauanträgen, da ist offen, wer die eigentlich stellt."
Kauf, der keiner ist