Immobilien:Wette der Investoren auf deutsche Immobilien geht auf
Der Aufwärtstrend an den gewerblichen Immobilienmärkten in Deutschland wird sich nach Ansicht der Allianz-Dresdner-Immobilienfondstochter Degi in diesem Jahr beschleunigen. Nicht betroffen davon sei der unvermietbare strukturelle Leerstand. von Reinhard Hönighaus
"Auf die großen Kapitalzuflüsse im Investmentmarkt der letzten zwei Jahre folgt nun der Aufschwung der Backsteine - mit Mietsteigerungspotenzial an den meisten Standorten", sagte Degi-Research-Chef Thomas Beyerle am Mittwoch bei Vorlage des Degi-Marktreports Deutschland. "Der Leerstand baut sich bundesweit ab, nicht nur in den Bürozentren, auch in den Regionen." Nicht gemeint ist hier unvermietbarer struktureller Leerstand.
Internationale Investoren haben in den vergangenen zwei Jahren so viel in deutsche Immobilien investiert wie nie zuvor - allein 2006 kauften sie für rund 50 Mrd. Euro Büros, Supermärkte und andere Gewerbeobjekte auf. Verkäufer waren vor allem offene Fonds und Versicherer, die ihre Portfolios bereinigten. Käufer waren nicht nur ausländische Großanleger, sondern mit 17 Mrd. Euro auch deutsche Investoren, meist Immobilien-AGs. Steigende Nachfrage und Kaufpreise haben die Anfangsrenditen in Deutschlands Bürozentren bereits unter fünf Prozent gedrückt.
Trotz durchschnittlicher Leerstandsraten von weiterhin über elf Prozent und bisher nur verhalten anziehenden Vermietungsmärkten werde die Rechnung der Käufer aufgehen, sagte Beyerle. Im europäischen Vergleich seien deutsche Standorte immer noch unterbewertet, denn mit der Konjunkturbelebung sei das Potenzial für Mietsteigerungen hier besonders hoch.
Von der Kapitalschwemme, die mittlerweile auch in die Regionen schwappt, bekommen einige wirtschaftlich starke Standorte allerdings nichts ab, sagte Beyerle. "Hier werden Chancen verschenkt, denn das Geld geht nur dorthin, wo es Informationen gibt." Degi hat dazu untersucht, wo lokale Makler und öffentliche Institutionen brauchbare Daten über Leerstände, Mieten, Renditen und Flächen zur Verfügung stellen. Besonders schlecht schnitten zum Beispiel Tübingen, Wolfsburg und Ulm ab - Augsburg steht an der Spitze des Degi-Marktdatenverfügbarkeitsindex.
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