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Merken   Drucken   18.12.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Indexfonds: Qualitätsmerkmale von ETFs

Das Ergebnis ist erschreckend: Laut einer Infratest-Umfrage weiß nur jeder zehnte Anleger hierzulande etwas mit dem Fachbegriff ETF anzufangen. Dabei spricht viel für den Einsatz der börsengehandelten Indexfonds. von Heino Reents
Einer Analyse des österreichischen Fondsanalysehauses Fundresearch zufolge, schlug auf Sicht der vergangenen fünf sowie zehn Jahre nur rund jeder dritte in der Schweiz, Österreich oder Deutschland zugelassene, aktiv gemanagte Fonds seinen jeweiligen Referenzindex.
Bleibt die Frage, auf welche Punkte Anleger bei der Wahl des richtigen ETFs achten sollten. "Bei aktiv gemanagten Fonds stellt die Managementleistung das wichtigste Erfolgskriterium dar. Bei ETFs sind hingegen andere Qualitäten gefragt: Hier geht es um eine möglichst exakte Indexabbildung, eine gute Handelbarkeit und geringe Kosten", sagt Ulf Niklas, Geschäftsführer des Finanzplanungsbüros Niklas & Lehmann.
Tracking Error deutlich unter einem halben Prozentpunkt
Wichtiges ETF-Qualitätsmerkmal ist vor allem der Tracking Error. Damit wird die Abweichung der Fonds-Performance von der Index-Wertentwicklung bezeichnet. Sie soll so gering wie möglich sein.
Ein Grund für Abweichungen kann zum Beispiel darin liegen, dass ETFs auf Preisindizes die ihnen zufließenden Dividenden nicht sofort, sondern halbjährlich ausschütten. "Bei den meisten ETFs liegt der Tracking Error deutlich unter einem halben Prozentpunkt pro Jahr - bei Swap-ETFs ist er sogar noch geringer", sagt Berater Niklas.
In Deutschland erfolgt der Kauf und Verkauf über das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse Xetra. Der Market-Maker sorgt dabei für ausreichend Liquidität und stellt fortlaufend verbindliche Geld- und Briefkurse.
Als Gebühr für diese Dienstleistung dient teilweise der Spread, also die Differenz aus Ankaufs- und Verkaufspreis. "Der Spread ist abhängig von der Liquidität des Produktes", sagt Thomas Meyer zu Drewer, Deutschland-Chef von Lyxor ETF. Vor diesem Hintergrund ist der Spread etwa beim EuroStoxx 50 geringer als bei speziellen Branchenindizes.
Etablierte Anbieter im Vorteil
"Der Anleger sollte sich immer einen etablierten, namhaften und volumenstarken ETF-Anbieter auswählen", rät Vermögensberater Niklas. Viele ETFs seien vergleichsweise volumenschwach - dadurch sei die Wahrscheinlichkeit einer Schließung größer. "Union Investment zum Beispiel hat recht kurz nach Auflage ihre ETF-Sondervermögen wieder liquidiert. Es kamen schlicht nicht genug Kundengelder herein", so Niklas.
Doch selbst an Tagen mit geringen Börsenumsätzen sind ETFs stets handelbar, da Market-Maker laufend für Liquidität sorgen und Preise für An- und Verkauf stellen. Der Börsenhandel ist dabei mit einer Stückelung von einem Stück möglich. Weiterer Vorteil: Bei Bedarf können Anleger ihre Aufträge wie bei Aktien mit jeglicher Art von Limits versehen.
In dieser Hinsicht unterscheiden sich Indexfonds von anderen Profiinstrumenten an den Kapitalmärkten, die Privatanlegern häufig umverpackt und teurer angeboten werden: Für private und institutionelle Anleger sind laufende Gebühren, Handelsplätze und auch die Auswahl der Indexfonds stets die Gleichen.
ETFs punkten mit hoher Transparenz
Auch in Sachen Transparenz punkten ETFs: Kurse, Handelsvolumina sowie Portfoliobestände sind für Anleger jederzeit auf den Internetseiten der Emittenten, Börsen oder Finanzinformationsdienstleister abrufbar.
Für Anleger wichtig bei der Auswahl des richtigen Produktes sind nicht zuletzt auch die Qualität und die Zusammensetzung des Index. Je breiter der Index gestreut ist, desto besser. Mancher vermeintlich diversifizierte Index entpuppt sich so als gefährliche Einzelwette, denn im Gegensatz zu aktiven Fonds dürften Indexfonds einen Wert auch mit mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens gewichten.
  • FTD.de, 18.12.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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