Performancegebühren im Vergleich
Den meisten Anlegern dürfte allerdings nicht einmal bewusst sein, dass sie mittlerweile bei einigen Fonds eine Performance Fee bezahlen müssen, denn die ist schwierig auszumachen. Bei der laufenden jährlichen Gebühr wird sie nicht erwähnt, und auch in der Total Expense Ratio (TER), der Gesamtkostenquote, die alle im BVI vertretenen Gesellschaften ausweisen müssen, taucht sie nicht auf. Fündig werden Anleger nur im Fondsprospekt. Der aber liefert nur eine abstrakte Performanceangabe. Die wirklichen Kosten zeigen sich erst am Ende eines Jahres, wenn die Wertentwicklung des Fonds vorliegt.
Das ruft Kritiker auf den Plan: "Die Performancegebühr bevorteilt den Fondsmanager auf äußerst einseitige Weise", sagt Ferdinand Haas, Vorstand des Maklerpools BCA. "Bei guter Performance zahlt der Kunde, bei schlechter Performance erhält er aber keinesfalls eine Rückvergütung und bleibt deshalb alleine auf den Verlusten sitzen." Diese Asymmetrie erzeuge Anreize, die nicht zum Vorteil der Anleger sind: "Da das Fondsmanagement bei spektakulärer positiver Performance fürstlich entlohnt, bei miserabler Performance aber nicht zur Kasse gebeten wird, lohnt es sich aus seiner Sicht möglicherweise nicht, unnötige Risiken zu vermeiden. Es kann sogar ein starker Anreiz entstehen, aggressive Wetten einzugehen", sagt Haas. Damit bestehe die Gefahr, dass ein ausreichendes Risikomanagement, einer der größten Vorteile der Fondsanlage, auf der Strecke bleibt.
Haas steht mit seiner Kritik nicht allein da. "Ich bin grundsätzlich gegen jede Form von Performance Fee im Management offener Investmentfonds", sagt Eric Wiese, Geschäftsführer des Geldanlage-Centrums Hamburg/Berlin. "Jeder Fondsmanager sollte seine Fonds nach bestem Wissen und Gewissen managen. Dafür wird er in der Regel sehr gut bezahlt." Auch stelle sich die Frage nach einer sinnvollen Bemessung derartiger Gebühren. "Eine reine Outperformance gegenüber einem Vergleichsindex nützt Anlegern nichts, wenn der Fonds trotzdem Verluste einfährt."