Steckbrief
Zudem ist es schwer, die Performance als Entscheidungshilfe heranzuziehen; Mischfonds sind kaum vergleichbar. Ein Fonds, der maximal 60 Prozent Aktien halten darf, hat deutlich weniger Renditepotenzial als ein Fonds, der bis zu 100 Prozent in Dividendenpapiere gehen kann. Andererseits gibt eine geringere Aktienquote Sicherheit.
Anleger sind also gezwungen, eine Grundsatzentscheidung zu treffen: Wie viel Risiko soll es denn sein? "30 Prozent Aktienanteil ist die defensive, 60 Prozent die ausgewogene, 100 Prozent die aggressive Variante. Darauf muss man achten. Die Entscheidung hängt davon ab, wie das persönliche Risikoprofil aussieht", sagt Hedrich.
Computer ermittelt Ausstiegszeitpunkt
Einer der wenigen Mischfonds, der den Aktienanteil zwischen null und 100 Prozent mischt, ist der Multi Invest OP von Oppenheim Pramerica Asset Management. "Wir waren Mitte April bei 100 Prozent Aktien und sind dann in zwei Schritten bis 10. Mai komplett ausgestiegen. Seit Ende Juni sind wir wieder zu 100 Prozent drin", sagt Fondsmanager Olaf-Johannes Eick.
Der Anlageexperte arbeitet mit der quantitativen Analyse. Dabei verarbeitet der Computer anhand von definierten Rechenregeln Marktinformationen. "Unsere Modelle identifizieren genaue Ausstiegszeitpunkte, wenn der Markt dreht. Es ist ein rein mathematischer Ansatz", sagt Eick. "Es gelang uns, das Risiko zu senken und dadurch die Performance zu steigern. Man erhöht die Rendite, indem man in den Verlustphasen aussteigt."
Solche quantitativen Methoden werden immer beliebter. Ihr Vorteil: Sie schalten die menschliche Emotion aus. Kauf- und Verkaufsentscheidungen trifft der Computer auf Basis nachvollziehbarer Kriterien. Keine Analysemethode kann allerdings den Anspruch für sich erheben, immer richtig zu liegen. Zu irrational können sich Märkte gerade kurzfristig verhalten.