Empfehlungen
In die Depots von SJB werden deshalb Fonds mit einem Volumen unter 15 Mio. Euro nur in Ausnahmefällen aufgenommen. Argentum-Geschäftsführer Mohr empfiehlt sogar, Fonds unterhalb eines Volumens von 30 Mio. Euro zu meiden. "Darunter lassen sich Fonds nicht mehr wirtschaftlich betreiben", so Mohr.
Für Anleger heißt das, sie müssen permanent damit rechnen, dass ein Fonds mit einem geringen Volumen geschlossen oder mit einem anderen Produkt der Gesellschaft verschmolzen wird. Damit droht zwar nicht die Gefahr, dass Anleger ihr Geld verlieren, denn die Fondsgelder sind als Sondervermögen geschützt. "Bei einer Fondsschließung oder -zusammenlegung wäre aber zumindest das bei Kauf entrichtete Agio hinfällig. Bei Schließung kämen auf den Investor auch wieder Kosten für die Neuinvestition zu. Das gilt ebenso, wenn der Fonds mit einem Zielfonds verschmolzen wird, der dem Anleger nicht zusagt", sagt Mohr.
Nach Angaben des FWW Fondsfactbook wurden im vergangenen Jahr immerhin 380 Fondsschließungen und Verschmelzungen registriert. Das entspricht einer Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Wer sich diesen Ärger ersparen will, sollte deshalb vor dem Kauf darauf achten, dass das Fondsvolumen nicht zu gering ausfällt", sagt Bennewirtz.
Probleme bergen allerdings auch zu große Fonds. So ist es für Manager von Emerging-Markets-Fonds, deren Volumen bei mehreren hundert Millionen oder darüber liegen, oft schwer, in ihrem Anlagegebiet genügend aussichtsreiche Unternehmen zu finden. Infolgedessen streuen sie die Gelder so stark, dass sie keine Möglichkeit mehr haben, von neuen Trends oder kurzfristigen Entwicklungen an ihren Märkten zu profitieren.
Bei Fonds, die in Standardmärkte und -werte investieren, spielt das Fondsvolumen dagegen eine geringere Rolle. Schließlich haben die Manager, egal ob sie in Europa, Japan oder Nordamerika agieren, genügend Möglichkeiten, die Anlegergelder zu streuen. Viele Fonds weisen deshalb Volumina von mehreren Milliarden Euro oder Dollar auf.