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Merken   Drucken   26.11.2004, 16:27 Schriftgröße: AAA

KarstadtQuelle: Bei Analysten überwiegt die Skepsis  

Analysten und Aktienhändler haben die Einigung des KarstadtQuelle-Konzerns mit Kleinaktionären über die dringend benötigte Kapitalerhöhung mit Erleichterung aufgenommen. Zugleich wiesen sie aber darauf hin, dass damit das Überleben des Konzerns noch nicht auf lange Sicht gesichert sei.
Bei der Hauptversammlung am Montag gab es Widerspruch von Aktionären   Bei der Hauptversammlung am Montag gab es Widerspruch von Aktionären
Die Aktien  des angeschlagenen Konzerns legten am Freitag in Reaktion auf die Einigung aus der Nacht zuvor zeitweise um vier Prozent zu. Im Tagesverlauf schrumpfte der Kursgewinn aber wieder auf ein Plus von 0,4 Prozent auf 9,75 Euro. Die Konzernleitung hatte sich am späten Donnerstagabend mit den sechs Einzelaktionären geeinigt, die bei der außerordentlichen Hauptversammlung  am Montag Widerspruch gegen die mit großer Mehrheit beschlossene Kapitalerhöhung  eingelegt hatten. Die bislang opponierenden Aktionäre wollen nun nicht weiter juristisch gegen die Finanzspritze vorgehen. Im Gegenzug machte KarstadtQuelle  Zugeständnisse, die nach Angaben des Unternehmens aber keine finanziellen Zuwendungen einschließen.
Der Bezugspreis für die neuen Anteilsscheine wurde mit je 5,75 Euro festgelegt. Damit sollen dem Konzern rund 535 Mio. Euro zufließen. IR-Chef Detlef Neveling sagte, damit werde die Kapitalspritze 35 Mio. Euro mehr als ursprünglich geplant in die Kassen spülen. Das werde der zuletzt drastisch gesunkenen Eigenkapitalquote des Konzerns helfen. "Wir haben einen Aufschlag erreicht. Das zeigt, dass die Konsortialbanken Vertrauen in die Restrukturierung von KarstadtQuelle haben", sagte Neveling. Der Verkaufsprospekt für die neuen Aktien sollte noch am Freitag bei den Banken des Konsortiums ausliegen. Die Bezugsfrist  beginnt am 30. November und endet am 13. Dezember. Die erste Börsennotierung ist für den 14. Dezember vorgesehen.
Der Würzburger Wirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger warf den Gläubigerbanken indes vor, die prekäre Lage des Unternehmens auszunutzen. "Die Banken sind der große Gewinner der Krise bei Karstadt", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Institute hätten sich bei dem Sanierungspaket höhere Zinsen mit besseren Sicherheiten gesichert, ergänzte der Leiter des Lehrstuhls für Bank- und Kreditwirtschaft an der Uni Würzburg. Während die Zinsmarge der Banken bei KarstadtQuelle bisher bei 0,5 Prozent bis 1,0 Prozent gelegen habe, hätten die Gläubiger jetzt eine Marge zwischen 2,75 und 3,5 Prozent erzwungen.

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