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  FTD-Serie: Musterportfolio

Wie legen die Vermögensverwalter der Banken das Geld ihrer Kunden an? Wann kaufen sie, wann verkaufen sie? Die Privatbank Sal. Oppenheim gewährt FTD-Lesern einen Einblick in ihre Depots und zeigt, was sie warum umschichtet.

Merken   Drucken   19.12.2008, 10:09 Schriftgröße: AAA

Musterdepot Entschärft: Sicherheit geht vor  

Weniger Aktien, weniger Hedge-Fonds, keine Rohstoffinvestments, dafür eine prall gefüllte Kasse. Die Privatbank Sal. Oppenheim hat ihr offensiv ausgerichtetes Musterdepot auf mehr Sicherheit getrimmt - ohne dabei Gewinnchancen aus dem Auge zu verlieren. von Hans-Jürgen Möhring
Dieses Musterdepot ist nichts für Anleger mit schwachen Nerven", war am 28. März an dieser Stelle zu lesen, als das Portfolio mit offensiver Ausrichtung zum ersten Mal vorgestellt wurde. Dass an dieser Feststellung nichts übertrieben war, haben die zurückliegenden Wochen und Monate auf drastische Weise bestätigt. Ein Dreivierteljahr nach Start liegt das Depot 21 Prozent im Minus, ist das Anfangskapital von 10 Mio. Euro auf knapp 8 Mio. Euro geschrumpft.
Ob ein Kunde, der sich für das chancenorientierte Portfolio entschieden hat, dies aus heutiger Sicht wieder tun würde, ist zwar eine rein hypothetische Frage, sie drängt sich aber dennoch auf. "Wenn einem Kunden dieses Modell empfohlen wird, dann wird ihm das Chance-Risiko-Profil natürlich genau erklärt", sagt Wolfgang Leoni, Chefanlagestratege für Aktien und Asset-Allocation bei Sal. Oppenheim.
Eine Methode, mit der sich Risiken quantifizieren lassen, ist der sogenannte Value-at-Risk. Diese Kennziffer sei Anfang der 90er-Jahre zur Risikomessung im derivativen Geschäft vorgeschlagen worden und habe sich mittlerweile zum Marktstandard entwickelt, sagt Leoni. "Der Value-at-Risk gibt das Verlustpotenzial einer Geldanlage in Euro während eines bestimmten Anlagezeitraums - üblich sind zehn Handelstage - an", sagt Leoni und nennt folgendes Beispiel: Eine Bank stehe vor der Entscheidung, 100.000 Euro anzulegen. Ein Value-at-Risk von 10.000 Euro würde bedeuten, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent (Konfidenzniveau) der mögliche Verlust mit Ablauf des Anlagezeitraums von zehn Handelstagen nicht höher als 10.000 Euro ist. "Nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit von einem Prozent also kann der Verlust höher ausfallen", sagt Leoni.

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