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Merken   Drucken   11.07.2007, 08:46 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Anleger erwartet glänzendes Halbjahr

Nachdem das erste Halbjahr an den Kapitalmärkten vor allem von steigenden Aktienkursen geprägt war, könnte die zweite Jahreshälfte ganz im Zeichen des Goldpreises stehen. Der hat im bisherigen Jahresverlauf die in ihn gesteckten Erwartungen noch nicht erfüllt. von Thomas Koch
Vor allem der Abbau von Goldbeständen durch einige europäische Notenbanken sorgte zuletzt für fallende Notierungen. Ein sich verbesserndes fundamentales Umfeld, das vielversprechende Kursbild und saisonale Aspekte sprechen nun aber dafür, dass in den kommenden Monaten wieder goldene Zeiten für Edelmetall-Anhänger winken.
Der Goldpreis steht vor einer saisonal starken Phase   Der Goldpreis steht vor einer saisonal starken Phase
Schon in den vergangenen Tagen hat sich der Goldpreis sehr robust präsentiert. Marktteilnehmer sehen die anhaltende Schwäche des Dollar als Hauptgrund für das Comeback der Feinunze. Schon in der Vergangenheit entwickelten sich der Goldpreis und der Dollar in den meisten Phasen konträr zueinander. Diese Abhängigkeit wird das Edelmetall auch in den kommenden Monaten unterstützen, prognostizieren die Rohstoffanalysten der Credit Suisse. Zudem würden eine stagnierende Minenproduktion sowie die steigende Nachfrage seitens der Anleger und der Notenbanken für einen höheren Goldpreis sorgen. Gerade die asiatischen Zentralbanken haben bislang nur einen sehr geringen Teil ihrer Reserven in Gold angelegt, was sich über kurz oder lang ändern soll.
Kurs entwickelt sich überdurchschnittlich
Mit dem Anstieg auf mehr als 660 $ hat die Feinunze zu Wochenbeginn den mittelfristigen Abwärtstrendkanal ins Visier genommen. Ein nachhaltiges Überschreiten dieser Marke würde aus charttechnischer Sicht ein Kaufsignal bedeuten. Am Dienstag legte der Goldpreis im Tagesverlauf um 0,4 Prozent auf 662,55 $ zu. Dass der Kurs trotz des anhaltenden Verkaufsdrucks der vergangenen Monate nicht unter die Unterstützungszone um 640 $ gefallen ist, gilt als weiterer Beleg dafür, dass die langfristige Rally nicht beendet, sondern lediglich kurz unterbrochen wurde.
Für eine Fortsetzung der Gold-Hausse in den kommenden Monaten spricht auch die Tatsache, dass sich der Kurs des Edelmetalls in der zweiten Jahreshälfte meist überdurchschnittlich gut entwickelt - so war es zumindest in der Vergangenheit. Vor allem in den jetzt vor der Tür stehenden Monaten August und September wurden in der Regel starke Kursgewinne verbucht. Das vergangene Jahr darf mit seiner schwachen Wertentwicklung im Sommer durchaus als Ausnahme gelten.
Investieren nach dem Kalender   Investieren nach dem Kalender
Der Zertifikatemarkt bietet mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, auf steigende Goldnotierungen zu setzen. Eine bei Anlegern sehr beliebte Variante ist der Kauf von einfachen Goldzertifikaten, bei denen die Kursentwicklung der Feinunze fast exakt abgebildet wird. Zu berücksichtigen sind dabei allerdings die Wechselkursänderungen. Bleibt es dabei, dass ein steigender Goldpreis tendenziell von einem fallenden Dollar begleitet wird, geht ein Teil der Gewinne automatisch verloren, wie zum Beispiel die Performance eines ungesicherten Goldzertifikats der UBS deutlich zeigt. Auf Jahressicht verbuchen Anleger hier ein Minus von rund zwei Prozent, obwohl der Goldpreis im gleichen Zeitraum um mehr als fünf Prozent gestiegen ist.
Mit Quanto-Zertifikaten lässt sich das Währungsrisiko problemlos ausschalten. Diese Papiere entwickeln sich unabhängig von den Euro/Dollar-Schwankungen nahezu im Gleichschritt mit dem Goldpreis. Allerdings bieten die Emittenten diesen Service nicht kostenlos an. ABN Amro verlangt als einer der günstigsten Anbieter eine Absicherungsgebühr von derzeit 2,4 Prozent im Jahr, wobei die Höhe der Kosten variabel ist und unter anderem von der Zinsdifferenz zwischen den USA und dem Euro-Raum beeinflusst wird. Anleger sollten sich also stets überlegen, ob die zu zahlende Versicherungsprämie für das Risiko eines Dollar-Verfalls angemessen ist.
Diese Frage stellt sich auch bei Gold-Discountern, die bei Wahl eines konservativen Höchstbetrags (Cap) positive Renditen ohne steigenden Goldpreis ermöglichen. So bietet ein Rabattpapier der Deutschen Bank ohne Währungsschutz eine Rendite von 6,6 Prozent im Jahr, wenn die Feinunze zum Laufzeitende im September 2008 mindestens 600 $ kostet. Quanto-Discounter mit der Chance auf eine attraktive steuerfreie Rendite fehlen zurzeit. Hier sollten die Emittenten ihre Produktpalette erweitern.
  • Aus der FTD vom 11.07.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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