Investieren nach dem Kalender
Der Zertifikatemarkt bietet mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, auf steigende Goldnotierungen zu setzen. Eine bei Anlegern sehr beliebte Variante ist der Kauf von einfachen Goldzertifikaten, bei denen die Kursentwicklung der Feinunze fast exakt abgebildet wird. Zu berücksichtigen sind dabei allerdings die Wechselkursänderungen. Bleibt es dabei, dass ein steigender Goldpreis tendenziell von einem fallenden Dollar begleitet wird, geht ein Teil der Gewinne automatisch verloren, wie zum Beispiel die Performance eines ungesicherten Goldzertifikats der UBS deutlich zeigt. Auf Jahressicht verbuchen Anleger hier ein Minus von rund zwei Prozent, obwohl der Goldpreis im gleichen Zeitraum um mehr als fünf Prozent gestiegen ist.
Mit Quanto-Zertifikaten lässt sich das Währungsrisiko problemlos ausschalten. Diese Papiere entwickeln sich unabhängig von den Euro/Dollar-Schwankungen nahezu im Gleichschritt mit dem Goldpreis. Allerdings bieten die Emittenten diesen Service nicht kostenlos an. ABN Amro verlangt als einer der günstigsten Anbieter eine Absicherungsgebühr von derzeit 2,4 Prozent im Jahr, wobei die Höhe der Kosten variabel ist und unter anderem von der Zinsdifferenz zwischen den USA und dem Euro-Raum beeinflusst wird. Anleger sollten sich also stets überlegen, ob die zu zahlende Versicherungsprämie für das Risiko eines Dollar-Verfalls angemessen ist.
Diese Frage stellt sich auch bei Gold-Discountern, die bei Wahl eines konservativen Höchstbetrags (Cap) positive Renditen ohne steigenden Goldpreis ermöglichen. So bietet ein Rabattpapier der Deutschen Bank ohne Währungsschutz eine Rendite von 6,6 Prozent im Jahr, wenn die Feinunze zum Laufzeitende im September 2008 mindestens 600 $ kostet. Quanto-Discounter mit der Chance auf eine attraktive steuerfreie Rendite fehlen zurzeit. Hier sollten die Emittenten ihre Produktpalette erweitern.