Bisher gab es in den Segmenten Entry, General und Prime Standard 27 Emissionen - eine weniger als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres. Insgesamt haben die Newcomer dabei etwas mehr als 5 Mrd. Euro eingesammelt. 2006 waren es zwar "nur" 3,4 Mrd. Euro. Doch ohne Tognum hätte das Emissionsvolumen exakt auf Höhe des Vorjahresniveaus gelegen. Bei der Kursentwicklung zeigt sich ebenfalls ein ähnliches Bild: Wie zur Jahresmitte 2006 konnten Anleger auch 2007 bislang nur mit etwa der Hälfte aller Neuemissionen Geld verdienen. Der Rest liegt gegenüber dem Ausgabepreis in den Miesen.
Allerdings, und das macht Hoffnung, gab es bei einigen 2006er-Debütanten eine interessante Entwicklung zu beobachten: Einige Titel, wie etwa
Bauer oder
Klöckner & Co (Klöco), konnten Anleger wochenlang zum Emissionspreis oder sogar darunter abstauben, ehe sie von der breiten Masse entdeckt wurden und urplötzlich zu einer imposanten Rally ansetzten. Rund zwölf Monate später stehen die Kurse von Bauer und Klöco etwa dreieinhalbmal so hoch wie zur Emission. Der mögliche Grund für diese ungewöhnliche Kursentwicklung: Am Anfang stehen die Börsianer neuen Aktien äußerst skeptisch gegenüber. Erst wenn es den Firmen gelingt, nach und nach Vertrauen aufzubauen - zum Beispiel mit guten Geschäftszahlen -, greifen die Investoren zu, die Notierungen beginnen zu klettern, und plötzlich will jeder bei der Rally mit dabei sein.
Da stellt sich natürlich die Frage, ob auch der Debütanten-Jahrgang 2007 solche Kursraketen hervorbringt. Auf den Autozulieferer Twintec trifft das sicher zu, auf die Aktie von Tognum wohl kaum. Denn auf Basis des Ausgabepreises kostet der Motorenbauer rund das Zehnfache des von Analysten für 2008 erwarteten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit). Im Durchschnitt sind deutsche Industriewerte laut einer Studie der Deutschen Bank mit weniger als dem neunfachen Ebit bewertet. Somit bleibt kaum noch Spielraum für weitere Kursgewinne.
Anders sieht es mit einem Wert aus, der nach dem Debüt massiv unter die Räder gekommen ist:
Versatel . Bei dem DSL-Anbieter wurde schon der Ausgabepreis nur am unteren Ende der Preisspanne von 29 bis 36 Euro festgelegt. Seitdem ging es mit der Aktie stetig bergab. Doch allmählich zeichnet sich eine Bodenbildung ab. Frische Impulse für die Notiz könnten von den Quartalszahlen ausgehen, die Versatel am 28. August vorlegen wird. Kursfantasie birgt zudem die wahrscheinliche TecDax-Aufnahme im September.
Die VTG-Aktie ist ebenfalls noch günstig zu haben. Der Hamburger Bahnspediteur zählt zu den jüngsten Neulingen am deutschen Aktienmarkt. Als drittgrößter Flottenbesitzer von Eisenbahngüterwagen profitiert VTG stark vom Anstieg des internationalen Warenverkehrs. Manko: Vom Emissionserlös - rund 200 Mio. Euro - setzt der SDax-Anwärter das Meiste zum Schuldenabbau ein.
Den Aufstieg in den Small-Cap-Index bereits geschafft hat Alstria Office. Das Unternehmen zählt zu den zahlreichen Emissionen aus dem Immobiliensektor, hebt sich von der Konkurrenz aber durch das Geschäftsmodell klar ab. Alstria hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, eine der führenden Firmen im deutschen Büroimmobilienmarkt zu werden. Wichtige Mieter dieser Gebäude sind die Städte Hamburg und Hannover und Konzerne wie DaimlerChrysler, Barmer, Rheinmetall oder Siemens.
Vom zugkräftigen Namen des Herkunftslandes hat zweifellos das erste chinesische Unternehmen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse, Zhongde, bei seinem Debüt in der vergangenen Woche profitiert. Der erste Preis des Müllverbrennungsanlagenbauers notierte mit 30 Euro etwa 15 Prozent über dem Ausgabepreis von 26 Euro. "Die Aufmerksamkeit war von Anfang an sehr groß", sagte Wolfgang Jensen von der Privatbank Sal. Oppenheim, die den Börsengang begleitet hat.