So steht auf den Fonds der BB-Invest zwar "Super" drauf, die insgesamt sechs Stratego-Produkte der Gesellschaft haben jedoch eng vorgegebene Grenzen, die der Manager einhalten muss. So darf Reichenbach mit dem Stratego Ertrag überhaupt nicht in Aktien investieren. Der Stratego Offensiv ist das andere Extrem: Er muss dauerhaft - also auch, wenn die Aktienkurse im Tiefflug sind - zu mindestens 51 Prozent in Aktien investiert sein.
Neben dem Korsett der vorgegebenen Anlagerichtlinien sorgen auch die Manager selbst für eine Beschränkung. "Es gibt keinen Manager, der in wirklich allen Anlagebieten gleich gut ist, und vor allem kann auch der beste Manager nicht jede Marktbewegung in allen Anlageklassen voraussehen. Deshalb spielen die meisten nicht mit dem Feuer", sagt der Sprecher einer großen deutschen Fondsgesellschaft.
Auch von einem zu Recht beliebten Manager wie Jens Ehrhardt sollte deshalb niemand erwarten, dass dieser plötzlich nur noch Bargeld hält und mit Optionen auf fallende Kurse wettet, sobald dunkle Wolken an den Börsen aufziehen. Denn Ehrhardts größte Expertise liegt im Aktienbereich, und der Manager ist clever genug, von Asset-Klassen die Finger zu lassen, von denen er nichts versteht.
"Aus diesem Grund beschränken sich alle Superfonds-Manager auf wenige Asset-Klassen und reizen das theoretisch mögliche Spektrum nicht aus", bestätigt Alfred Werner, Mitglied des Vorstands der GIP International. Werner warnt vor den hohen Erwartungen, die der Begriff "Super" mit sich bringt: "Die Produkte sind im Grunde genommen nichts anderes als Dachfonds, mit dem Unterschied, dass Superfonds sich gegen fallende Kurse absichern können." Doch nicht mal davon machen alle Manager Gebrauch. Ob sie auf diese Weise eine dauerhafte Outperformance erzielen können, darf bezweifelt werden.
Interessierte Anleger sollten sich deshalb vor einem möglichen Kauf genau über die Strategie des jeweiligen Managers informieren. Wer als Anleger zum falschen Produkt greift, ist vor hohen Verlusten nicht gefeit. Denn Superfonds-Manager, die verstärkt Optionen einsetzen, fahren ein viel höheres Risiko als ein reiner Aktienfondsmanager.