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Merken   Drucken   20.01.2007, 09:30 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Fallender Ölpreis macht Exxon interessant

Das milde Winterwetter in den USA hat den Ölpreis zuletzt belastet. Seit den Rekorden vom vergangenen Juli ist die Notierung um 35 Prozent gefallen -und das frisst nicht nur an den Margen des weltweit größten Ölkonzerns Exxon Mobil. von Jens Korte
Laut dem Finanzdatendienstleister Thomson Financial werden die im S&P 500 notierten Öl- und Energieunternehmen im vierten Quartal 2006 erstmals seit rund vier Jahren rückläufige Gewinne ausweisen. In den ersten drei Quartalen 2006 erzielte Exxon einen Umsatz in Höhe von rund 287 Mrd. $. Für das Gesamtjahr liegen die Schätzungen bei 382 Mrd. $.
Damit hätte Exxon pro Tag über 1 Mrd. $ eingenommen. Für 2007 wird ein leichter Rückgang auf 377 Mrd. $ erwartet. Das gilt auch für den Gewinn, der Schätzungen zufolge nach 6,40 $ je Aktie im Jahr 2006 (5,35 $ im Jahr 2005) in diesem Geschäftsjahr auf 6,27 $ fallen wird.
Experten sehen Kurschancen
Kursinformationen und Charts
  Exxon Mobil 82,1399 USD  [0.0999 +0,12%
Für Doug Leggate, Ölanalyst der Citigroup, ist die Aktie von Exxon Mobil für 2007 eine klare Kaufempfehlung, obwohl sie in den vergangenen zwei Jahren um knapp 50 Prozent gestiegen ist. Vor allem auf der Raffinerieseite - der Rohölverarbeitung - erwartet Leggate nach der jüngsten Durststrecke zum Sommer hin steigende Margen.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf liegt die derzeitige Bewertung von Exxon etwas über der der Konkurrenz von Chevron und ConocoPhillips. Fadel Gheit, Analyst bei Oppenheimer, rät bei Kursschwäche zum Einstieg bei Exxon. Über ein Aktienrückkaufprogramm und Dividendenzahlungen hat Exxon 2006 etwa 33 Mrd. $ an die Aktionäre zurückfließen lassen.
Erschwerte Suche nach neuen Quellen
Unabhängig von den aktuellen Wetterextremen steht die Ölindustrie in den nächsten Jahren vor weiteren großen Herausforderungen. "Es wird immer schwerer, neue Ölquellen in einem politisch freundlichen Umfeld zu finden", sagt Phil Flynn, Energieanalyst von Alaron Trading. "In Russland oder auch Venezuela hat sich der politische Druck gegenüber US-Ölunternehmen verschärft."
Auch in den USA wird der Ton rauer. Seit Jahresanfang wird der US-Kongress mehrheitlich von der demokratischen Fraktion kontrolliert, die im Sommer 2006 wegen der Rekordpreise immer wieder das Thema "Extrasteuer" auf den Tisch brachte - die enormen Gewinne der Ölkonzerne sollten nochmals gesondert besteuert werden.
Ölsektor mittlerweile unterbewertet
Doch gerade in der Verkettung von ungünstigen Umständen für die Ölkonzerne sieht Analyst Flynn eine gute Gelegenheit, in den Sektor zu investieren. "Der Ölsektor ist mittlerweile unterbewertet. Und abgesehen vom Wetter hat sich nichts verändert."
Selbst wenn sich der Ölpreis bei etwa 50 $ pro Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) einpendeln sollte, sieht Flynn Kurspotenzial. "Bei einem geringeren Ölpreis wird es für alternative Energieformen schwieriger, konkurrenzfähig zu sein." Der in den USA bekannte Rohstoffexperte Boone Pickens prognostizierte erst in dieser Woche in einem TV-Interview mit dem Fernsehsender CNBC, dass er nach wie vor für dieses Jahr mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 70 $ je Barrel rechne.
19:28:11 Kursinformationen und Charts
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Exxon Mobil 82,1399 USD   +0,12%  0.0999
  • Aus der FTD vom 20.01.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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