Unabhängig von den aktuellen Wetterextremen steht die Ölindustrie in den nächsten Jahren vor weiteren großen Herausforderungen. "Es wird immer schwerer, neue Ölquellen in einem politisch freundlichen Umfeld zu finden", sagt Phil Flynn, Energieanalyst von Alaron Trading. "In Russland oder auch Venezuela hat sich der politische Druck gegenüber US-Ölunternehmen verschärft."
Auch in den USA wird der Ton rauer. Seit Jahresanfang wird der US-Kongress mehrheitlich von der demokratischen Fraktion kontrolliert, die im Sommer 2006 wegen der Rekordpreise immer wieder das Thema "Extrasteuer" auf den Tisch brachte - die enormen Gewinne der Ölkonzerne sollten nochmals gesondert besteuert werden.
Ölsektor mittlerweile unterbewertet
Doch gerade in der Verkettung von ungünstigen Umständen für die Ölkonzerne sieht Analyst Flynn eine gute Gelegenheit, in den Sektor zu investieren. "Der Ölsektor ist mittlerweile unterbewertet. Und abgesehen vom Wetter hat sich nichts verändert."
Selbst wenn sich der Ölpreis bei etwa 50 $ pro Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) einpendeln sollte, sieht Flynn Kurspotenzial. "Bei einem geringeren Ölpreis wird es für alternative Energieformen schwieriger, konkurrenzfähig zu sein." Der in den USA bekannte Rohstoffexperte Boone Pickens prognostizierte erst in dieser Woche in einem TV-Interview mit dem Fernsehsender CNBC, dass er nach wie vor für dieses Jahr mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 70 $ je Barrel rechne.