Das Versprechen der Anbieter lautet: Mit der fondsbasierten Vermögensverwaltung kommen auch Kleinanleger in den Genuss einer Dienstleistung, die mit dem Private Banking sonst nur vermögenden Kunden zugänglich ist. Mehr noch: "Wir wollen für unsere Kunden auf mittlere Sicht eine möglichst positive Rendite erwirtschaften", sagt Rolf Krahe, bei der Dresdner Bank für das Dresdner Vermögens-Management verantwortlich. "Das gilt auch für seitwärts tendierende Märkte." Ähnliche Ziele verfolgen die Deutsche Bank sowie die Fondsgesellschaften Deka und Union Investment.
Ärgerlich nur: Diesem Anspruch sind die fondsbasierten Vermögensverwaltungen in den vergangenen Jahren nur begrenzt gerecht geworden. Die Renditen fielen zum Teil äußerst bescheiden aus. Beispiel Deka: Die Produktvariante "Wachstum" darf zwar bis zu 50 Prozent des Geldes der Anleger in Aktien investieren. Dennoch gelang den Portfoliomanagern im vergangenen Jahr nur eine Rendite von 5,8 Prozent vor Kosten - obwohl die Aktienmärkte weltweit haussierten. Nach Abzug der Verwaltungs- und Depotgebühr von 1,125 Prozent bleibt ein vergleichsweise mageres Plus.
"Überdurchschnittlicher Ertrag"
Dabei verspricht der Sparkassenanbieter seinen Kunden im Verkaufsprospekt die "Erwirtschaftung eines überdurchschnittlichen Ertrags durch die Diversifizierung des Vermögens". Steffen Selbach, Leiter des Vermögensmanagements bei Deka, verteidigt das Ergebnis: "Unser Anspruch ist nicht, mit jeder Produktvariante in jedem Jahr den Geldmarkt zu schlagen, sehr wohl aber über einen Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren."
Die übrigen Anbieter der fondsbasierten Vermögensverwaltung schnitten zum Teil noch schlechter ab. "Die Renditen sind erbärmlich niedrig", sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Renditemisere trifft die Mehrheit der Kunden mit voller Wucht: Besonders populär sind nämlich die sicherheitsorientierten Varianten der fondsbasierten Vermögensverwaltung, die einen hohen Anteil an rentenbasierten Investments aufweisen. Beispiel Dresdner Bank: Rund die Hälfte des Kapitals ist in die Produktvariante "Ausgewogen" investiert. Weitere 30 Prozent entfallen auf das noch konservativere Modell.
Problem sind hohe Gebühren
Zentrales Problem der Produkte sind die hohen Gebühren. Je nach Anbieter und Risikoneigung des Kunden beträgt die jährliche Verwaltungsvergütung bis zu 2,1 Prozent des Vermögens. "Das ist viel zu teuer", kritisiert Nauhauser. Zumal wenn wie bei einem Dachfonds auf Ebene der Einzelfonds noch weitere Gebühren fällig werden. Und: Deutsche Bank, Deka und Dresdner Bank verlangen zusätzlich auch noch eine "Eintrittsgebühr" in Form eines Ausgabeaufschlags.
Nauhauser nennt zwei Voraussetzungen, die eine fondsbasierte Vermögensverwaltung möglich machen. Erstens sollten die Portfoliomanager nur passive Fonds wie EFTs kaufen, die sich durch niedrige Verwaltungsgebühren auszeichnen. Und zweitens sollte die Gebühr für die Fondsvermögensverwaltung nicht höher als ein Prozent pro Jahr sein.
Derweil stehen die Anbieter der fondsbasierten Vermögensverwaltung vor einem weiteren Problem. Mit Einführung der Abgeltungsteuer sind sie im Vergleich zu anderen Produkten im Nachteil. Verkauft der Portfoliomanager einzelne Fonds, werden für zwischenzeitlich erzielte Gewinne stets 25 Prozent Steuern fällig. Anleger könnten ihr Kapital dann in großem Stil in Dachfonds umschichten, um solche Steuerzahlungen zu umgehen.