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Dass ohne Wasser auf der Erde praktisch gar nichts geht, ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Zwar ist es im Übermaß vorhanden, mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Für den Menschen nutzbar ist davon allerdings nur ein verschwindend geringer Teil von drei Prozent, von denen der Großteil auch noch in Form von Polareis gebunden ist.
Trotz der Knappheit ist qualitativ hochwertiges Trinkwasser für große Teile der Menschheit ein alltägliches und selbstverständliches Vergnügen. "Die Nachfrage wächst weltweit doppelt so stark wie die Weltbevölkerung, der Gesamtverbrauch hat sich seit 1900 verneunfacht", schätzt Hans Peter Portner, Manager des Pictet Water Fund.
Verantwortlich dafür sind das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Industrialisierung und Urbanisierung in allen Teilen der Welt. Das erhöhte Gesundheitsbewusstsein in den wohlhabenden Ländern verstärkt den Trend noch. "Wasser entwickelt sich deshalb immer mehr zu einem Megathema dieses Jahrhunderts", sagt Portner.
Veraltete Infrastruktur macht Sektor attraktiv
Davon wollen zwei Aktienfonds profitieren. Neben Pictet hat sich auch die ebenfalls aus der Schweiz stammende Gesellschaft Sustainable Asset Management (SAM) mit dem Sustainable Water Fund der Branche angenommen. Beide Fonds investieren ausschließlich in Unternehmen, die ihre Umsätze zu einem Teil oder ausschließlich in wasserrelevanten Bereichen generieren, etwa in der Wassergewinnung, -aufbereitung, -versorgung oder -distribution.
Potenzial für den Sektor ergibt sich jedoch nicht nur aus dem stetig steigenden Wasserbedarf überall auf der Welt. "Auch die veraltete Infrastruktur in vielen europäischen und amerikanischen Städten macht den Sektor attraktiv", sagt SAM-Manager Dieter Küffer. "Allein in den USA ergibt sich für die nächsten 20 Jahre ein Investitionsbedarf von 1000 Mrd. $, so Portner. "Das liegt daran, dass die Modernisierung von Leitungen immer wieder aufgeschoben wird. So fließt das Trinkwasser in New York teilweise noch durch Holzröhren." Die Nutzung von ungefiltertem Oberflächenwasser führt außerdem dazu, dass mit bloßem Auge sichtbare kleine Krebse durch die Leitungen bis zum Endverbraucher gelangen.
Darüber hinaus verzeichnen fast alle großen nordamerikanischen Städte erhebliche Sickerverluste. Allein in New Orleans liegen sie bei mehr als 50 Prozent. Da die Behörden die erforderlichen finanziellen Aufwendungen nicht leisten können, sind Privatunternehmen gefordert. "Die Modernisierungen sind außerordentlich dringlich und lassen sich nicht aufschieben. Davon werden die Unternehmen der privaten Wasserwirtschaft profitieren", sagt Küffer.
Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe
Das gilt auch für Europa, wo immer strenger werdende Qualitätsvorschriften in den nächsten Jahren zu erforderlichen Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe führen. In Mitteleuropa, mit Ausnahme von Deutschland, ist der Privatisierungsprozess schon weit fortgeschritten. Insgesamt befinden sich mittlerweile knapp 50 Prozent der Wassermärkte in privater Hand. In Osteuropa und den neuen EU-Mitgliedsländern sieht Portner großes Potenzial. "Zum einen stehen hier die Privatisierungen noch aus, zum anderen ist die Infrastruktur in einem so schlechten Zustand, dass hier dringend modernisiert werden muss."
Dass der Wasserpreis einmal eine ähnliche Entwicklung wie der Ölpreis nehmen könnte, sehen die Manager allerdings nicht. "Im Gegensatz zu Öl ist Wasser nicht endlich, es ist bloß nicht in ausreichender Qualität und am richtigen Ort verfügbar", sagt Portner. Er ist überzeugt, dass Wasseraufbereitungsverfahren wie der Meerwasserentsalzung die Zukunft gehören. "Mit dieser Methode erreicht man sogar eine gute Wasserversorgung in Trockenzonen. Schließlich ist Salzwasser im Überfluss vorhanden."
Voraussetzung ist allerdings ein steigender Wasserpreis, damit sich die Investitionen der Unternehmen in entsprechende Anlagen auch lohnen. Paradoxerweise ist Wasser gerade in den Gebieten am günstigsten, wo es am schwierigsten zu gewinnen ist, etwa in Afrika. "Dort sind die Wasserpreise politisch gesteuert", sagt Portner.
Anleger, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, sollten sich dem SAM-Fonds zuwenden. Manager Küffer legt bei der Auswahl seines Portfolios strenge Kriterien an und gewichtet kleinere Werte stärker. Portner setzt auf großkapitalisierte, auch in anderen Energiebereichen tätige Industriewerte wie
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