FTD.de » Finanzen » Geldanlage » Portfolio: Fonds made in Ireland

Merken   Drucken   17.05.2004, 14:00 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Fonds made in Ireland

Die grüne Insel hat sich neben Luxemburg zu einem der wichtigsten Offshore-Standorte für die Branche entwickelt. Der Abstand zum Spitzenreiter wird kleiner. von Wolf Brandes
Wachstumsmarkt   Wachstumsmarkt
Wer den beliebten Griffin Eastern European Fund kauft, wird sich kaum Gedanken darüber machen, dass dieser ein Produkt nach irischem Recht ist. Luxemburger Fonds kennt man, doch irische Fonds? Keineswegs sind das Produkte für Exoten. Inzwischen gibt es Fonds, die in Sparkassen verkauft und in Irland produziert werden.
Die Insel hat sich neben Luxemburg zu einem zweiten Offshore-Standort für die Branche entwickelt. Zwar ist Luxemburg noch deutlich größer als Irland, doch der Abstand reduziert sich. "Anfang 2002 lagen die Assets under Management in Dublin bei 25 Prozent der Assets in Luxemburg. Bis Ende 2003 ist dieser Anteil schon auf 37 Prozent gestiegen", stellt Gary Palmer, Chef des irischen Fondsverbands Dublin Fund Industry Association (DFIA) fest.
Auch der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) sieht die wachsende Bedeutung Irlands als Standort für die Fondsindustrie: "Das Großherzogtum hat in seiner Rolle als Fondsdrehscheibe in den letzten Jahren ... durch den dynamisch wachsenden irischen Markt einen Konkurrenten erhalten," heißt es im aktuellen BVI-Jahrbuch.
Positive Statistik
Die BVI-Statistik zeigt, dass die Fondsindustrie in Dublin dabei ist, Deutschland den fünften Platz in der EU streitig zu machen: Brachten es Fondsprodukte deutscher Provenienz Ende 2003 auf ein Volumen von 304 Mrd. Euro, so wurden auf der Insel zum gleichen Zeitpunkt bereits Gelder in Höhe von 285 Mrd. Euro verwaltet - bei deutlich schnellerem Wachstum des irischen Marktes.
Am Aufschwung der Fondsindustrie in Dublin haben deutsche Häuser ihren Anteil. Die Gesellschaften Cominvest, Deka, DIT und Metzler sind vor Ort mit Ablegern vertreten. Und die Zahl der irischen Fonds deutscher Provenienz hat sich seit Ende 2001 mehr als vervierfacht. Für Irland sprechen aus Sicht der Gesellschaften mehrere Gründe. Schnellere Genehmigungsverfahren, eine effiziente Aufsicht und nicht zuletzt sehr niedrigere Unternehmenssteuern im Dubliner Finanzdistrikt IFSC haben zum Fonds-Boom auf der grünen Insel beigetragen.
Investmentfonds zahlreicher renommierter internationaler Gesellschaften wie Axa Rosenberg, Invesco, Janus, Putnam und Skandia stammen wie das erwähnte Griffin-Produkt von der Insel, ohne dass die meisten dies wissen. Für Anleger sind Fonds aus Irland daran zu erkennen, dass bei ihnen die International Security Identifikation Number (ISIN) mit IE beginnt.
Als Fonds mit einem so genannten Europa-Pass macht es aus Sicht der Investoren aber keinen Unterschied, ob ein Fonds in Deutschland, Luxemburg, Irland oder einem anderen Land der Gemeinschaft aufgelegt wurde. Die Vertriebszulassung durch die deutsche Aufsicht BaFin ist praktisch nur eine Formsache.
Das Wachstum in Irland wird weiter gehen. Schon jetzt ist Dublin nach London der zweitwichtigste Markt für Hedge Funds. "Der Alternative Investment Sector ist der am schnellsten wachsende Bereich des Finanzmarkts", stellt DFIA-Chef Palmer fest. Ein Trost für die deutschen Kapitalanlagegesellschaftten (KAGs): In Irland sitzen die echten Hedge Funds, also die Single Strategy Funds. Die in Deutschland nach dem neuen Investmentrecht für Privatanleger vorgesehen Dach-Hedgefonds gibt es bislang nur hier. So bleibt es nicht aus, das Gesellschaften wie Pioneer - mit Investmentzentrum in Dublin - eine deutsche KAG wie HansaInvest nutzen, um einen Fonds nach deutschem Recht mit irischem Know-how auf den Markt zu bringen.
  • FTD.de, 17.05.2004
    © 2004 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6315,89  [30.14 +0,48%
  Euro Stoxx 50 2156,52  [22.47 +1,05%
  Dow Jones 12476,36  [-19.79 -0,16%
  Nasdaq Composite 2836,57  [-13.55 -0,48%
  Euro 1,25528 USD  [-0.00042 -0,03%
  Brent-Öl 106,56 USD  [0.25 +0,24%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



FTD-SPEZIAL: FINANZKOMMUNIKATION

mehr FTD-Spezial: Finanzkommunikation

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote