Positive StatistikDie BVI-Statistik zeigt, dass die Fondsindustrie in Dublin dabei ist, Deutschland den fünften Platz in der EU streitig zu machen: Brachten es Fondsprodukte deutscher Provenienz Ende 2003 auf ein Volumen von 304 Mrd. Euro, so wurden auf der Insel zum gleichen Zeitpunkt bereits Gelder in Höhe von 285 Mrd. Euro verwaltet - bei deutlich schnellerem Wachstum des irischen Marktes.
Am Aufschwung der Fondsindustrie in Dublin haben deutsche Häuser ihren Anteil. Die Gesellschaften Cominvest, Deka, DIT und Metzler sind vor Ort mit Ablegern vertreten. Und die Zahl der irischen Fonds deutscher Provenienz hat sich seit Ende 2001 mehr als vervierfacht. Für Irland sprechen aus Sicht der Gesellschaften mehrere Gründe. Schnellere Genehmigungsverfahren, eine effiziente Aufsicht und nicht zuletzt sehr niedrigere Unternehmenssteuern im Dubliner Finanzdistrikt IFSC haben zum Fonds-Boom auf der grünen Insel beigetragen.
Investmentfonds zahlreicher renommierter internationaler Gesellschaften wie Axa Rosenberg, Invesco, Janus, Putnam und Skandia stammen wie das erwähnte Griffin-Produkt von der Insel, ohne dass die meisten dies wissen. Für Anleger sind Fonds aus Irland daran zu erkennen, dass bei ihnen die International Security Identifikation Number (ISIN) mit IE beginnt.
Als Fonds mit einem so genannten Europa-Pass macht es aus Sicht der Investoren aber keinen Unterschied, ob ein Fonds in Deutschland, Luxemburg, Irland oder einem anderen Land der Gemeinschaft aufgelegt wurde. Die Vertriebszulassung durch die deutsche Aufsicht BaFin ist praktisch nur eine Formsache.
Das Wachstum in Irland wird weiter gehen. Schon jetzt ist Dublin nach London der zweitwichtigste Markt für Hedge Funds. "Der Alternative Investment Sector ist der am schnellsten wachsende Bereich des Finanzmarkts", stellt DFIA-Chef Palmer fest. Ein Trost für die deutschen Kapitalanlagegesellschaftten (KAGs): In Irland sitzen die echten Hedge Funds, also die Single Strategy Funds. Die in Deutschland nach dem neuen Investmentrecht für Privatanleger vorgesehen Dach-Hedgefonds gibt es bislang nur hier. So bleibt es nicht aus, das Gesellschaften wie Pioneer - mit Investmentzentrum in Dublin - eine deutsche KAG wie HansaInvest nutzen, um einen Fonds nach deutschem Recht mit irischem Know-how auf den Markt zu bringen.