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Merken   Drucken   23.12.2007, 14:00 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Gebühren verhindern cleveres Sparen

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) eignen sich dank ihrer geringen Kosten hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau. Doch die Gebührenmodelle der Banken zehren die Vorteile für Sparer oft wieder auf. von Bernd Mikosch
ETFs werden an der Börse gehandelt. Statt des Ausgabeaufschlags, der sonst meist fünf Prozent ausmacht, fallen Ordergebühren an. Die Fonds verzichten auf aktives Management und bilden nur einen Index nach, was Gebühren spart: Der Dax-ETF von iShares kommt mit 0,15 Prozent Verwaltungsvergütung im Jahr aus, gemanagte Fonds verlangen oft das Zehnfache.
Zahlreiche Studien belegen, dass Fondsmanager ihren Vergleichsindex auf lange Sicht ohnehin nicht schlagen - daher sind Indexinvestments so beliebt. Diese Botschaft erreicht immer mehr Anleger: Bei der DAB Bank flossen 2004 noch 2,2 Prozent des Sparplanvolumens in ETFs, Mitte 2007 waren es schon 7,8 Prozent. Allerdings übersteigen die Gebühren bei kleinen Monatsbeträgen das Agio normaler Fonds.
Vor wenigen Tagen hat die Comdirect ihr Sparplanangebot auf 24 ETFs erweitert. In der Einführungsphase entfallen die Ordergebühren, ab April zahlen Kunden aber 2,50 Euro pro Transaktion und zusätzlich 0,4 Prozent des Kaufvolumens. Wer 50 Euro im Monat in einen Indexfonds einzahlt, entrichtet demnach mehr als fünf Prozent Gebühren. Gemanagte Fonds sind da billiger, weil die Direktbanken auf das Agio oft Rabatt gewähren. Bei ETFs empfehlen sich höhere Sparraten in größeren Abständen. Vor der Comdirect-Offensive hatte die DAB Bank  mit 17 ETFs das größte Sparplanangebot, gefolgt vom Deutsche-Bank-Portal Maxblue. Beide haben ähnliche Gebührenmodelle.
ETF-Sparpläne im Überblick
Bank ETF-Anzahl Anbieter der Indexfonds Kosten*
Comdirect** 24 Lyxor, iShares, DB X-Trackers 2,50 Euro + 0,40 %
DAB Bank 17 iShares 2,50 Euro + 0,25 %
Maxblue 5 DB X-Trackers 2,50 Euro + 0,40 %
Cortal Consors 1*** Unico 1,00 %
*) je Ausführung;
**) keine Geb. bis 31.3.08;
***) nicht börsengehandelt; Stand: 19.12.07;
Quelle: eigene Recherchen
 
Die Onlinebroker Flatex und Fimatex sowie die ING-Diba  verzichten auf ETF-Sparpläne: "Wir wollen auch in Zukunft keine ETF-Sparpläne anbieten, weil das nicht zu attraktiven Konditionen für den Kunden möglich ist", sagte ein ING-Diba-Sprecher. Eine ETF-Einmalanlage von 5000 Euro koste bei seinem Institut 12,50 Euro. Wer dagegen bei der DAB Bank 50 Monate lang jeweils 100 Euro investiert, kommt auf 137,50 Euro Kosten. Bei Comdirect  und Maxblue fallen noch höhere Gebühren an.
Eine kostengünstige Alternative bot bis vor Kurzem Cortal Consors: Der Onlinebroker hatte schon vor sieben Jahren Indexfonds auf Dax  und Stoxx 50  im Angebot, die zwar nicht an der Börse gehandelt wurden, dafür aber ohne Agio gezeichnet werden konnten. Zum Jahresende wird dieses günstige Indexsparen Vergangenheit sein: "Das Fondsvolumen (...) hat sich trotz des erfolgreichen Konzepts verringert, was sich ungünstig auf die Kostenstruktur des Fonds auswirkt", mussten Kunden in einem Brief ihres Onlinebrokers lesen. "Um das Fondsangebot für Sie zu optimieren", werde die DWS den Fonds mit einem anderen Produkt verschmelzen. Zuletzt hatte die DWS die Cortal-Indexfonds verwaltet.
Derzeit bietet Cortal nur einen Indexfonds-Sparplan. Er bildet den MSCI World nach. Kunden müssen ein Prozent Agio zahlen, was bei kleinen Sparraten aber günstiger ist als die Angebote der Konkurrenz. "Wir werden unser Sparplanangebot im ersten Quartal 2008 auf mindestens 20 ETF ausbauen", sagte ein Cortal-Consors-Sprecher. Noch sei man dabei, ein Gebührenmodell zu entwickeln. Von den Angeboten der Konkurrenz hält er wenig: "2,50 Euro pro Ausführung? Das können Sie nur Ihrem Feind empfehlen."
  • FTD.de, 23.12.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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