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Merken   Drucken   19.09.2004, 16:30 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Gestatten, Bond – James Bond

Bücher, Spielzeug, Filmplakate: Begehrt ist alles, was den Mythos James Bond erhält. von Peter Temple
Als Ian Fleming 1953 mit der Arbeit an seinem Roman "Casino Royale" begann, ahnte er wohl kaum, was für eine Goldgrube sich da auftat - und schon gar nichts ahnte er von dem Sammlerwahn, der Jahre später einsetzte.
Dem ersten James-Bond-Roman war nur ein mäßiger Erfolg beschieden. Erst Anfang der 60er Jahre, mit dem ersten Film "James Bond jagt Dr. No", wurde die Lawine losgetreten. Es waren die Bond-Filme, die Ian Flemings Erstausgaben zu wertvollen Sammlerstücken machten.
Die Schutzumschläge der ersten vier Bücher entwarf Fleming noch selbst, und Kenneth Lewis gestaltete danach das Design. Bis auf einen waren die Schutzumschläge der restlichen neun Bände die Arbeit von Richard Chopping. Sie enthalten die vertrauten Elemente des gemaserten Hintergrunds, einer Pistole und/oder eines Schädels und einer Blume.
Bücher in gutem Zustand
Ernsthafte Büchersammler, egal ob es sich dabei um Ausgaben von James Bond oder um Werke anderer Autoren handelt, bevorzugen Bücher in ausgezeichnetem Zustand. Es dürfen nur minimale Anzeichen sichtbar sein, die auf einen früheren Besitzer hindeuten. Dabei sollte der Schutzumschlag mehr oder weniger wie neu aussehen, nur an den Rändern vielleicht etwas abgeschabt.
Eine Erstausgabe von "Casino Royale" in diesem Zustand kann Preise von 15.000 £ und mehr erzielen. Solche Exemplare sind jedoch selten. Die Folgebände, deren Erstauflagen höher waren, bringen da schon weniger ein. "Leben und sterben lassen" und "Moonraker", Band zwei und drei aus der James-Bond-Reihe, könnten zwischen 2000 und 3000 £ bringen. Noch vor zwei Jahrzehnten erzielte ein vollständiges Set mit Bond-Erstausgaben 1000 £. Und die Erstausgabe von "Casino Royale" wurde 1984 für gerade mal 600 £ verkauft - heute muss man mit mehr als dem 20fachen kalkulieren.
Zwar bringen die Bond-Filme Merchandise-Produkte en masse hervor, aber richtige Sammler interessieren sich nur für einen Bruchteil davon. Ein großes Bond-Genre sind die Filmplakate. Reproduktionen sind überall zu haben, einige Originalplakate sind jedoch rar, vor allem von den ersten Filmen. Kultplakate von "James Bond jagt Dr. No" und "Liebesgrüße aus Moskau" wurden auf einer Auktion bei Christie’s im März diesen Jahres auf rund 1500 £ geschätzt. Die Plakate von "Feuerball" und "Goldfinger" waren in dem Katalog bei möglichen 1000 £ eingestuft.
Connery bringt Geld
Mit Autogrammbildern von James-Bond-Darstellern lassen sich unterschiedliche Erträge erzielen. Sean Connery, der erste Bond, ging sehr sparsam mit seiner Unterschrift um. Gute Exemplare von signierten Fotos bringen bis zu 200 £ ein. Angeblich sind aber viele Fälschungen im Umlauf. Auch Autogramme von Pierce Brosnan wurden oft gefälscht. Im Schnitt sind sie für weniger als 100 £ pro Foto zu haben, ein Storyboard mit Autogramm kostet rund 300 £.
Auch James-Bond-Spielzeug ist als Sammelobjekt begehrt. Ein Original-Buggy beispielsweise aus dem Film "Diamantenfieber" von 1971 in einer illustrierten Schachtel kann rund 500 £ kosten. Auf der Internetseite, die dieses Stück anbietet, können Bond-Fans auch einen Diplomatenkoffer erwerben, wie ihn der Krimi-Held im Film "Liebesgrüße aus Moskau" mit sich führte - komplett mit allen Spezialeffekten. Kostenpunkt: 500 £.
Bleibt noch anzumerken, dass Turkmenistan im Jahr 2000 einen Satz James-Bond-Briefmarken mit Szenen aus acht Filmen herausgegeben hat. Sie kosteten damals gerade mal 50 £.
Peter Temple ist aktiver Sammler.
  • FTD, 19.09.2004
    © 2004 Financial Times Deutschland,
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