Klettert der Goldpreis also beispielsweise bis Fälligkeit auf 1000 $, so erhalten Anleger 100 Euro pro Zertifikat. Bei einem Goldstand von 783 $ pro Feinunze kostet das Zertifikat derzeit 83,10 Euro. Hieraus errechnet sich ein Aufschlag von etwas mehr als einem Prozent pro Jahr. Das ist der Preis für die Währungsabsicherung. Im Vergleich zu zahlreichen Open-End-Quantozertifikaten ist das Papier mit Laufzeitbegrenzung vorzuziehen, da hier die Kosten der Währungssicherung deutlich niedriger sind.
Anleger, die auf eine Währungssicherung verzichten möchten, weil sie von einem stärkeren US-Dollar ausgehen, sollten in Indexzertifikate auf Gold investieren. Beim von der Deutschen Bank aufgelegten Papier entspricht der Kurs immer in etwa dem in Euro umgerechneten Goldpreis. Bei einem aktuellen Goldkurs von 783 $ pro Feinunze, einem Bezugsverhältnis von eins zu zehn und einem Euro-Kurs von 1,44 $ errechnet sich ein Kurs von 54,38 Euro pro Zertifikat.
Eine hochinteressante Alternative zum Gold-Indexzertifikat ohne Währungssicherung ist ein Bonuszertifikat auf Gold mit Sicherheitslevel bei 490 $ und Bonuslevel bei 800 $. Sofern der Goldpreis bis zur Fälligkeit in rund drei Jahren nicht unter den Sicherheitslevel fällt, erhalten Anleger mindestens 80 $ (Bezugsverhältnis eins zu zehn) pro Zertifikat. Aktuell kostet das Papier rund 58,38 Euro. Das entspricht in etwa dem Unzenpreis von 800 $ pro Unze. Steigt Gold nun weiter, partizipieren Anleger voll daran. Zudem besteht ein Teilschutz: Sofern die 490 $ nie unterschritten werden, erhalten Anleger 80 $ pro Zertifikat. Nur bei einem Unterschreiten des Sicherheitslevels drohen per Laufzeitende Verluste.
Einen Haken haben alle Zertifikate
Die Euro-Dollar-Relation dürfte dem Papier wenig anhaben: Ein rückläufiger Goldpreis sollte mit einem festeren Dollar einhergehen. Für Euro-Anleger ergibt sich dann mehr Ertrag. Umgekehrt sollte eine weitere Schwäche des Dollar von steigenden Goldpreisen begleitet werden. Dann nehmen Anleger an den Anstiegen des Goldpreises -vermindert um die Währungsverluste - teil.
Einen Haken haben alle Zertifikate: Die Rückzahlung der Papiere hängt zwar vom Goldpreis ab, allerdings handelt es sich bei diesen Papieren um Inhaberschuldverschreibungen. Gerät nun ein Emittent in finanzielle Schwierigkeiten, wird der Anleger zum Gläubiger des Emittenten. Ein gestiegener Goldpreis hilft dann wenig.
Für Investoren, die Gold als Absicherung für extreme Krisenfälle sehen, eignen sich daher Zertifikate generell nicht. Sie sollten Gold in physischer Form kaufen, beispielsweise als Barren oder Münzen. Bei größeren Anlagebeträgen sind die Transaktions- und Lagerkosten allerdings vergleichsweise hoch. Doch auch hier gibt es eine Lösung: Exchange Traded Funds (ETFs) auf Gold sind Sondervermögen: Hier können die Gläubiger bei Insolvenz der Fondsgesellschaft nicht auf das Kapital der Anleger zugreifen.