FTD.de » Finanzen » Geldanlage » Gold ist wieder Anlegers Liebling

Merken   Drucken   31.10.2007, 13:50 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Gold ist wieder Anlegers Liebling

Gold ist wieder verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, was sich in einem rasanten Anstieg des Preises seit Mitte August spiegelt. Als Hauptgründe für die Goldpreis-Hausse gelten die fortgesetzte Schwäche des Dollar, die Ölpreise auf Rekordhöhe und die Suche der Anleger nach Sicherheit. von Matthias Schmitt
Am vergangenen Montag erreichte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls in London mit zeitweise 794,70 $ das höchste Niveau binnen 27 Jahren. Damit lag die Notierung nur noch ein paar Prozentpunkte unter dem höchsten Stand aller Zeiten, der Anfang 1980 mit rund 850 $ markiert worden ist. Bereinigt um die Inflation liegt das Rekordhoch allerdings bei mehr als 2000 $ je Unze. Dieser Rechnung halten die Pessimisten allerdings entgegen, dass der Rekordstand damals durch wenige, spekulative Marktteilnehmer markiert worden ist.
Ausgewählte Zertifikate auf den Goldpreis   Ausgewählte Zertifikate auf den Goldpreis
Anders sieht die Rechnung auch für in Euro denkende Anleger aus. Vor fünf Jahren stand Gold zwar noch bei rund 320 $, das entsprach damals aber noch rund 320 Euro. Während Anleger im US-Dollar eine Performance von mehr als 145 Prozent erzielt haben (Preisanstieg auf 783 $), blieben davon in Euro 544 Euro übrig.
Für Anleger, die von einem weiteren Anstieg des Goldpreises ausgehen, bieten Zertifikateemittenten zahlreiche Produktvarianten an. Interessant sind Quantozertifikate. Bei diesen Papieren werden die Währungsrisiken ausgeschaltet. Ein Beispiel: Die Dresdner Bank bietet ein Quantozertifikat mit einer Laufzeit bis zum 16. April 2012. Bei diesem Papier erhalten Anleger bei Fälligkeit ein Zehntel des Preises einer Feinunze Gold ausgedrückt in Euro ausgezahlt.
Klettert der Goldpreis also beispielsweise bis Fälligkeit auf 1000 $, so erhalten Anleger 100 Euro pro Zertifikat. Bei einem Goldstand von 783 $ pro Feinunze kostet das Zertifikat derzeit 83,10 Euro. Hieraus errechnet sich ein Aufschlag von etwas mehr als einem Prozent pro Jahr. Das ist der Preis für die Währungsabsicherung. Im Vergleich zu zahlreichen Open-End-Quantozertifikaten ist das Papier mit Laufzeitbegrenzung vorzuziehen, da hier die Kosten der Währungssicherung deutlich niedriger sind.
Anleger, die auf eine Währungssicherung verzichten möchten, weil sie von einem stärkeren US-Dollar ausgehen, sollten in Indexzertifikate auf Gold investieren. Beim von der Deutschen Bank aufgelegten Papier entspricht der Kurs immer in etwa dem in Euro umgerechneten Goldpreis. Bei einem aktuellen Goldkurs von 783 $ pro Feinunze, einem Bezugsverhältnis von eins zu zehn und einem Euro-Kurs von 1,44 $ errechnet sich ein Kurs von 54,38 Euro pro Zertifikat.
Eine hochinteressante Alternative zum Gold-Indexzertifikat ohne Währungssicherung ist ein Bonuszertifikat auf Gold mit Sicherheitslevel bei 490 $ und Bonuslevel bei 800 $. Sofern der Goldpreis bis zur Fälligkeit in rund drei Jahren nicht unter den Sicherheitslevel fällt, erhalten Anleger mindestens 80 $ (Bezugsverhältnis eins zu zehn) pro Zertifikat. Aktuell kostet das Papier rund 58,38 Euro. Das entspricht in etwa dem Unzenpreis von 800 $ pro Unze. Steigt Gold nun weiter, partizipieren Anleger voll daran. Zudem besteht ein Teilschutz: Sofern die 490 $ nie unterschritten werden, erhalten Anleger 80 $ pro Zertifikat. Nur bei einem Unterschreiten des Sicherheitslevels drohen per Laufzeitende Verluste.
Einen Haken haben alle Zertifikate
Die Euro-Dollar-Relation dürfte dem Papier wenig anhaben: Ein rückläufiger Goldpreis sollte mit einem festeren Dollar einhergehen. Für Euro-Anleger ergibt sich dann mehr Ertrag. Umgekehrt sollte eine weitere Schwäche des Dollar von steigenden Goldpreisen begleitet werden. Dann nehmen Anleger an den Anstiegen des Goldpreises -vermindert um die Währungsverluste - teil.
Einen Haken haben alle Zertifikate: Die Rückzahlung der Papiere hängt zwar vom Goldpreis ab, allerdings handelt es sich bei diesen Papieren um Inhaberschuldverschreibungen. Gerät nun ein Emittent in finanzielle Schwierigkeiten, wird der Anleger zum Gläubiger des Emittenten. Ein gestiegener Goldpreis hilft dann wenig.
Für Investoren, die Gold als Absicherung für extreme Krisenfälle sehen, eignen sich daher Zertifikate generell nicht. Sie sollten Gold in physischer Form kaufen, beispielsweise als Barren oder Münzen. Bei größeren Anlagebeträgen sind die Transaktions- und Lagerkosten allerdings vergleichsweise hoch. Doch auch hier gibt es eine Lösung: Exchange Traded Funds (ETFs) auf Gold sind Sondervermögen: Hier können die Gläubiger bei Insolvenz der Fondsgesellschaft nicht auf das Kapital der Anleger zugreifen.
  • Aus der FTD vom 31.10.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6315,89  [30.14 +0,48%
  Euro Stoxx 50 2156,52  [22.47 +1,05%
  Dow Jones 12480,07  [-16.08 -0,13%
  Nasdaq Composite 2836,51  [-13.61 -0,48%
  Euro 1,2551 USD  [-0.0006 -0,05%
  Brent-Öl 106,56 USD  [0.25 +0,24%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



FTD-SPEZIAL: FINANZKOMMUNIKATION

mehr FTD-Spezial: Finanzkommunikation

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote