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Merken   Drucken   15.08.2007, 11:01 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Investoren scheuen Entry Standard mangels Qualität

Investmentbanker stellen dem Frankfurter Entry Standard ein verheerendes Zeugnis aus. Das Einstiegssegment wächst nur langsam und wird ausgerechnet von seiner wichtigsten Zielgruppe verschmäht. von Mark Böschen (Frankfurt)
Die Akzeptanz des Entry Standard bei Investoren sei schlecht, sagt mehr als die Hälfte der 15 Bankexperten für Börsengänge, die an einer Umfrage der PR-Agentur Cometis teilgenommen haben. Das Desinteresse der Profianleger ist nicht erstaunlich, wenn man ein weiteres Umfrageergebnis betrachtet: 47 Prozent der Banker halten die Qualität der Firmen im Entry Standard für schlecht oder sehr schlecht, weitere 47 Prozent beurteilten die Qualität als neutral. "Die schlechte Bewertung des Segments und der darin gelisteten Firmen ist sicher auch durch den Kursverfall der vergangenen Wochen geprägt. Viele Werte notieren unter ihrem Ausgabepreis", urteilt Cometis.
"Der Ruf des Entry Standard ist schlecht, weil der Unterschied zum Prime Standard nicht verstanden wird", sagt Armin Heuberger, Vice President im Aktienemissionsteam von Morgan Stanley. Das Ansehen werde erst steigen, sobald erste Unternehmen den Aufstieg in den Prime Standard geschafft hätten. Die Deutsche Börse gründete den Entry Standard im Oktober 2005, um dem Einstiegssegment AIM der Londoner Börse Konkurrenz zu machen. Mit geringen Auflagen und daher niedrigeren Kosten sollten kleine Unternehmen an den Markt gelockt werden, die den Gang in den streng regulierten Prime Standard scheuen. 100 Unternehmen gingen bereits in das neue Segment.
Kein Lohn fürs Risiko
Anleger wurden für das höhere Risiko nicht belohnt: Seit dem 25. Oktober 2005 stieg der Entry-Standard-Index nur um 7,5 Prozent, der Dax dagegen um 30 Prozent.
Wegen der geringeren Transparenz und des höheren Risikos hatte die Deutsche Börse den Entry Standard als Segment für institutionelle Investoren bezeichnet. Doch gerade Großanleger meiden Kleinstaktien. Wegen ihrer geringen Größe seien die Emissionen für viele Profianleger nicht interessant, so die Auswertung der Umfrage. "Durch die schwache Regulierung des Entry Standard fehlt es zudem an Transparenz, und die Kursverluste verscheuchen die privaten Anleger", heißt es in dem Bericht weiter.
  • Aus der FTD vom 15.08.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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