FTD.de » Finanzen » Geldanlage » Kreditkrise setzt Kunstaktien zu

0 Bewertungen  Schrift: AAA

  23.08.2007, 09:08    

Portfolio: Kreditkrise setzt Kunstaktien zu

Die Sotheby's-Aktie hat in den vergangenen vier Wochen fast 30 Prozent an Wert verloren. Damit wurden die Titel ähnlich stark gebeutelt wie die mancher Hypothekenbank.

von Hubert Beyerle
Das New Yorker Auktionshaus hat mit der US-Hypothekenkrise auf den ersten Blick zwar nichts zu tun, auf den zweiten aber schon: Die Turbulenzen an den Börsen könnten schließlich auch auf dem Kunstmarkt Spuren hinterlassen. "Viele Käufer zeitgenössischer Kunst sind Hedge-Fonds-Manager und andere Investoren - und die haben viel Geld verloren", so der Kunstkenner und Milliardär Eli Broad.
Werke von Helmut Newton im Museum für Fotografie in Berlin   Werke von Helmut Newton im Museum für Fotografie in Berlin
Im Gegensatz zu den Konkurrenten Christie's oder Phillips de Pury gehört Sotheby's zu den wenigen börsennotierten Unternehmen, mit denen Aktienanleger in den vergangenen Jahren vom Kunstboom profitieren konnten. Dass dieser bis zum Sommer alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt hat, zeigt sich an den Rekordumsätzen im ersten Halbjahr: Christie's erlöste 3,25 Mrd. $, Sotheby's 3,24 Mrd. $. Das US-Unternehmen steigerte seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 92 Prozent auf 131,7 Mio. $.
Auch in Europa finden sich Kunstaktien - allerdings kleine. Artnet und Artprice verdienen ihr Geld mit Kunstmarktinformationen. Aus Hunderttausenden von Daten über Preise und Eigenschaften der verkauften Kunstwerke ermitteln Statistiker Indizes für einzelne Künstler und Marktsegmente. Damit sind sie ein wichtiges Hilfsmittel für Händler, Galeristen und Sammler.
Börse ist skeptisch geworden
Artnet arbeitet mit 1800 Galerien weltweit zusammen und dient ihnen als Online-Plattform, auf der Liebhaber Kunstwerke suchen, kaufen und verkaufen können. Schwerpunkt des Geschäfts ist Amerika, aber das Deutschlandgeschäft wachse stark, sagt Artnet-Gründer Hans Neuendorf. "Wir planen jetzt eine französischsprachige Webseite. Denn die Kunstwelt ist noch immer sehr national."
Dann würde er dem französischen Konkurrenten ins Gehege kommen: Artprice bezeichnet sich als "Weltmarktführer für Kunstmarktinformationen". Aus 25 Millionen Auktionsergebnissen bastelt eine eigene Ökonometrie-Abteilung Indizes zu einzelnen Künstlern. Der Index für den kürzlich verstorbenen Maler Jörg Immendorff war laut Artprice über Jahre konstant und hat sich dann in den vergangen drei Jahren verfünffacht. Der Helmut-Newton-Index habe sich in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht.
Mit diesem Wissen sollte das Investieren in Kunst immer einfacher werden, weil sich Preise auch für nicht verkaufte Kunstwerke permanent rekonstruieren lassen. Doch die Börse ist skeptisch geworden: Die Artprice-Aktie erreichte im Frühjahr 2006 mit über 30 Euro ihr Hoch, seither weist der Trend aber nach unten. Ganz anders der Konkurrent Artnet: Der Kurs stieg von 23 Cent im Januar 2003 auf kürzlich über 13 Euro. Die Anleger honorieren, dass Artnet profitabel ist: Im ersten Halbjahr 2007 betrug das Ergebnis 1,4 Mio. Euro bei einem Umsatz von etwa 5,4 Mio. Euro.
Artnet vs. Artprice   Artnet vs. Artprice
Kunsthandel tut sich schwer mit dem Internet
Artnet-Chef Neuendorf will den Kunsthandel ins Internet bringen. "In Zukunft wird das Internet den Besitzerwechsel von Kunstwerken erleichtern", sagt Neuendorf. "Das wird das Grundproblem des Kunstmarktes lösen, dass Kunst noch immer ein sehr illiquides Anlagegut ist." Noch tut sich der Kunsthandel mit dem Internet schwer. Das Geschäft ist persönlich, man kennt sich, und der größte Teil des Geschäfts findet in Galerien statt.
Vom steigenden Interesse an Kunstwerken will auch Lumas profitieren. Das Kunsthandelsunternehmen druckt digitale Fotografien in höheren Auflagen als üblich, um sie für eine breitere Kundschaft bezahlbar zu machen. Lumas, eine Tochter der nicht börsennotierten Avenso, betreibt neun Galerien in Deutschland und den USA.
An der Börse gehandelt werden dagegen Papiere der Berliner Fotogalerie Camera Works, hinter der der Großaktionär Clemens Vedder steckt. Das Unternehmen sammelt Werke hochkarätiger Fotografen und erzielt Erlöse durch den Verkauf der Exponate. Die Aktie ist zwar extrem illiquide und schwankt gewaltig. Doch der Trend stimmt: Am Mittwoch kostete die Aktie an der Stuttgarter Börse 4500 Euro, vor fünf Jahren waren es noch 150 Euro.
  • Aus der FTD vom 23.08.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland
markets - Das Finanzinformationsportal
  Dax 5663,15  [-39.03 -0,68%
  Dow Jones 10318,16  [-14.28 -0,14%
  Euro 1,4861 USD  [0.0001 +0,01%
  Nasdaq 2146,04  [-10.78 -0,50%
  Euro Stoxx 50 2833,06  [-27.23 -0,95%

Aktien Fonds Zertifikate Tops + Flops Portfolio Watchlist

 



Meine FTD.de
Finanzen im Fokus

    30.10. Hedge Fund Fight Night - Banker mit harten Bandagen

Mancher Investor mag nach herben Kursverlusten davon träumen, seinem Anlageberater im Boxring gegenüber zu stehen. In Hongkong vermöbelten sich die Banker am Donnerstagabend jedoch gegenseitig - und für einen guten Zweck. von Martin Richter und Christian Cohrs mehr

Businessboxer: Hedge Fund Fight Night - Banker mit harten Bandagen (9) Bilderserie: Afrikas Schätze für die Technik der Zukunft (7) Bilderserie: Steuerparadiese in Not (8) Bilderserie: Wer das meiste Kapital einsammelt (10) Bilderserie: Lehman Brothers - Bilder der Jahrhundertpleite (10) Bilderserie: An welchen Firmen Heuschrecken nagen (9) Bilderserie: Banken mit Kick - Kicker mit Banken (17) Bilderserie: Was die Banken an der Börse wert sind (10) Bilderserie: Blackrock, der Krisengewinner (11)
Wie finden Sie die Entscheidung zu den EU-Topjobs?

 

Wie finden Sie die Entscheidung zu den EU-Topjobs?

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Börsenglossar

Begriffe rund um das Thema Börse und Geldanlage. mehr

Boersenglossar
FTD-Wirtschaftswunder

Alles über Konjunktur und Economics mehr

FTD-Chefökonom Thomas Fricke
Sonderbeilagen

Trends und Themen gebündelt mehr

Weekend - Out of Office
Weekend - Out of Office
  •  
  • blättern
FTD-Mobil

Aktuelle Nachrichten und Börsenkurse rund um die Uhr. mehr FTD-Mobil

Das Wetter heute

weitere Städte

21.11.2009

wolkig 13°C

6°C

20 %

22.11.2009

Regen 13°C

7°C

80 %

23.11.2009

Schauer 12°C

7°C

60 %

24.11.2009

Schauer 12°C

8°C

60 %

powered by wetter.com

Who's who?

Die umfassende FTD-Personendatenbank mehr Testen Sie ihr Wissen!

Who is who?: Mathias Döpfner
Welches Amt übt Mathias Döpfner aus?
markets - Das Finanzinformationsportal

Kurssuche in markets

Sudoku

Lösen Sie das Zahlenkniffel mehr

leicht mittel schwer

Sudoku - Lösen Sie das Zahlenkniffel
 
Home | Unternehmen | Finanzen | Börse | Politik | Management+Karriere | IT+Medien | Wissen | Sport | Auto | Lifestyle | zum Seitenanfang

© 1999 - 2009 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Weitere Online-Angebote des Verlagshauses G+J AG + Co KG:
Börse-Online Capital GraumarktInfo.de Immobilien-Kompass Impulse Impulse Gründerzeit meinABO.de stern.de
G+J Glossar
Partner-Angebote