Das Interesse an deutschen Einzelwohnungen und Mehrfamilienhäusern wächst. Das belegt eine aktuelle Studie der Norddeutschen Landesbank. Danach bilde Deutschland im internationalen Vergleich zwar noch immer das Schlusslicht bei der Preisentwicklung, doch inzwischen sei eine deutlich anziehende Nachfrage zu beobachten. Das Interesse richtet sich - wegen der zu erwartenden Wertsteigerung und einer Rendite, die oftmals höher ausfällt als bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern - neuerdings auf komplette Mietshäuser.
Immobilienaffine Privatanleger fragen sich, ob jetzt ein günstiger Zeitpunkt wäre, in ein kleines, vielleicht dreigeschossiges Mietshaus zu investieren, zumal auch die niedrigen Zinsen für ein solches Investment sprechen: Schließlich könnten die kurzfristigen Finanzierungskosten durch langfristig erwartete Erträge gedeckt werden.
Doch gute Objekte sind rar und die regionalen Unterschiede groß. In Hamburg etwa, "wo der Zinshausmarkt boomt", so die Experten bei Grossmann & Berger, "werden unsere Objekte fast nur noch an vorgemerkte Kunden verkauft, an den offenen Markt kommen sie kaum mehr." Mietshäuser in guten Lagen, beispielsweise in Eppendorf, wechselten bis zur 20-fachen Jahresnettomiete den Eigentümer.
Leerstandsrisiko schwankt
In Gelsenkirchen dagegen ist ein Mehrfamilienhaus - Baujahr 1953, dreigeschossig, acht Wohneinheiten - am offenen Markt schon für Faktor 15 zu haben: Bei Jahresnettomieteinnahmen von rund 16.000 Euro steht die aktuelle Kaufpreisforderung für das voll vermietete Objekt bei 240.000 Euro. Das entspricht einer Netto-Anfangsrendite von etwa 6,7 Prozent. Diese Kennzahl wird berechnet durch den Quotienten aus Nettojahresmiete und Kaufpreis, inklusive Transaktionskosten. Sie liegt in den alten Bundesländern bei durchschnittlich 5,3 Prozent. Neben dem Kriterium Lage stellt sie die wichtigste Kennziffer für eine Anlageentscheidung dar. "Jedoch hängt diese Mietrendite sehr stark von der Region ab", sagt Günter Vornholz, Immobilienexperte der Norddeutschen Landesbank.