Die professionellen Anleger in Deutschland wollen verstärkt passiv anlegen: Momentan stecken 27 Prozent der institutionellen Investoren Gelder in börsennotierten Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs). Bis 2010 soll der Anteil auf 42 Prozent steigen. Zudem erwarten die Geldverwalter, dass künftig mehr traditionelle Fondsmanager renditeabhängig bezahlt werden - bisher war das für knapp zehn Prozent der entsprechenden Fondsmittel der Fall, 2010 soll das für 13 Prozent gelten.
Das hat die aktuelle Investorenstudie des Vermögensberaters Feri ergeben. Feri führt die Befragung, die die größte ihrer Art in Deutschland ist und der FTD in Teilen vorliegt, alle zwei Jahre durch. Dieses Mal antworteten 220 Investoren, die zusammen 1200 Mrd. Euro verwalten. Häufig sind Profis Vorreiter für Entwicklungen, die später auch Privatanleger erreichen.
ETFs, die wegen ihrer geringen Gebühren attraktiv sind, werden in den USA massiv von Großanlegern genutzt. Zu den prominenten Befürwortern zählt der Chefanleger der Yale-Stiftung, David Swensen. Er rät vor allem Privatanlegern, aber auch kleineren Profis zu Indexprodukten - in erster Linie wegen hoher Kosten vieler gemanagter Fonds, die oft hinter dem Index zurückbleiben.
Das in ETFs verwaltete Vermögen ist zuletzt auch in Europa stark gestiegen. Laut der Deutschen Bank steckten Ende 2007 europaweit etwa 89 Mrd. Euro in Indexfonds, fast 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.