Wichtig sind auch die Absicherungsgeschäfte der Minengesellschaften. Diese haben laut GFMS im zweiten Quartal Verkaufspositionen in Höhe von 161 Tonnen geschlossen, was den Goldpreis stabilisierte. "Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass sich das in dieser Größenordnung fortsetzt", sagt Wrzesniok-Rossbach. Der Experte geht davon aus, dass sich der Goldpreis in den kommenden sechs Monaten in engen Bahnen bewegt und sogar leicht sinken könnte.
Anlegern, die eine Krise des Finanzsystems fürchten, werden solche Überlegungen egal sein. "Unsere Kunden sehen Gold nicht als Spekulationsmedium, sondern als Hort der Sicherheit und als Versicherung für das Depot", sagt Pro-Aurum-Geschäftsführer Robert Hartmann. "Für Anleger, die auf kurzfristige Preistrends setzen wollen, sind Zertifikate besser geeignet." Bei Zertifikaten kann sich der Anleger auch eine Währungssicherung (Quanto) einkaufen. Das erscheint bei Gold durchaus sinnvoll, schließlich reagiert der Goldpreis relativ sensibel auf den Dollar-Kurs. Außerdem bieten Zertifikate die Möglichkeit, von fallenden Kursen zu profitieren - für Anleger, die nicht an die große Krise glauben.
Allerdings: Bei einer Bankenkrise wie derzeit sind Zertifikate keine gute Wahl. Diese Papiere sind schließlich Inhaberschuldverschreibungen, deren Rückzahlung bei einer Schieflage der Bank gefährdet ist. Mehr Sicherheit versprechen börsengehandelte Indexfonds (ETFs), die mit physischem Gold hinterlegt sind.