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Merken   Drucken   21.09.2005, 08:50 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Vorteil Japan

Anders als in Deutschland profitieren Anleger an der Tokioter Börse von den vorgezogenen Parlamentswahlen. Volkswirte erwarten einen verstärkten Aufschwung und eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas. von Martin Ahlers
Sitzverteilung im japanischen Parlament   Sitzverteilung im japanischen Parlament
Wie Gerhard Schröder in Deutschland, so hat auch Japans Regierungschef Koizumi auf eine Stärkung seiner Reformpolitik durch vorgezogene Neuwahlen gesetzt. Doch während Deutschlands (Noch-)Kanzler sein Ziel nicht erreichte, konnte Japans Premierminister vor rund zehn Tagen einen beachtlichen Abstimmungserfolg erzielen.
Die umstrittene Privatisierung der japanischen Post, der weltweit größten Bank, dürfte damit zügig vonstatten gehen. Sparern könnte das höhere Renditen, kleinen und mittleren Unternehmen bessere Finanzierungsbedingungen bescheren. Viele Volkswirte rechnen daher mit einer Beschleunigung des bisher eher mäßigen Aufschwungs sowie einem Stimmungsschub bei Unternehmen und Verbrauchern.
Für die kommenden Monate spricht somit einiges für eine Outperformance japanischer Aktien gegenüber deutschen Dividendenpapieren. Ein erstes Signal setzte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Dienstag, als er erstmals seit Juni 2001 die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten überwinden konnte. Händler begründeten dies mit einem wachsenden Vertrauen in die japanische Wirtschaft.
Klassische Indexzertifikate an erster Stelle
Kursinformationen und Charts
  Nikkei 225 8563,38  [6.78 +0,08%
Über ein breites Spektrum unterschiedlicher Zertifikattypen können Anleger unabhängig von ihrer Risikoneigung von Nippons Aufschwung profitieren. An erster Stelle sind in diesem Zusammenhang klassische Indexzertifikate auf den Nikkei 225  oder den deutlich breiter gefassten Topix zu nennen. Während der Nikkei 225 ausschließlich als Kursindex berechnet wird, ist der Topix auch in einer Performancevariante verfügbar. Zertifikate auf den Performanceindex, wie beispielsweise das unten in der Tabelle aufgeführte Open-End-Indexzertifikat von ABN Amro , lassen Anleger damit auch in den Genuss von Dividendenausschüttungen kommen. Als Quanto-Zertifikat bietet das Papier zudem den Vorteil, dass entsprechende Engagements gegen Währungsverluste abgesichert sind und die Spekulation sich damit allein auf einen Anstieg des Aktienmarktes konzentriert.
Investoren, denen herkömmliche Indexzertifikate auf Grund des fehlenden Hebels nicht spannend genug erscheinen, können alternativ auch auf Outperformance-Zertifikate setzen. Investoren profitieren mit diesen Papieren unbegrenzt und mit eingebautem Hebel von steigenden Aktienpreisen am Kabutocho. So sind Käufer eines entsprechenden Papiers auf den Nikkei 225 von UBS  an Kurssteigerungen oberhalb von 12.414 Punkten mit 174 Prozent beteiligt. Da der Basiswert derzeit allerdings über dieser Marke notiert, hat ein Rückgang des Index zunächst auch überproportionale Verluste des Derivats zur Folge. Erst unterhalb des Basispreises gleicht die Auszahlungsstruktur des innovativen Produkts wieder der eines herkömmlichen Indexzertifikats. Restrisiko bleibt Wer von einem weiteren Aufschwung des japanischen Aktienmarkts zwar grundsätzlich überzeugt ist, sich aber dennoch gegen moderate Kursrückschläge absichern möchte, sollte auf Protect-Outperformance-Zertifikate zurückgreifen. Berührt oder unterschreitet der Nikkei 225 bei Fälligkeit des jeweiligen Papiers kein einziges Mal das zu Beginn festgelegte Protect-Niveau, das bei Emission je nach Ausstattung 25 bis 40 Prozent unterhalb des Basispreises liegen kann, erfolgt die Rückzahlung mindestens zum Nominalwert. Dieser ist in der Regel identisch mit dem Emissionspreis, abzüglich des Ausgabeaufschlags. Dennoch bleibt immer noch genügend Spielraum für einen attraktiven Hebel, der aktuell bis zu 1,5 beträgt. Allerdings gilt auch hier, dass bereits erzielte Kurssteigerungen des Derivats seit seiner Emission nicht abgesichert sind.
Absolut risikolose Investments lassen sich am japanischen Aktienmarkt momentan nicht tätigen, denn klassische Garantiezertifikate auf Nikkei oder Topix fehlen im Angebot der Emittenten. Insbesondere unter steuerlichen Aspekten erscheint ein Erwerb aber auch wenig sinnvoll. Hinzu kommt, dass die Japaner schlechten Erfahrungen mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte bereits 1997 gemacht haben und - anders als möglicherweise in Deutschland - ihnen von dieser Seite keine Störfeuer drohen.
20:10:04 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Nikkei 225 8563,38    +0,08%  6.78
  • Aus der FTD vom 21.09.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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